Hilfe für Lettland und LItauen

Suppenküchen und Tagespflege für Bedürftige

Ein Ehrenamtlicher der Malteser Supenküche besucht Aldona Rudzanyte  in Vilnius

Ein Ehrenamtlicher der Malteser Supenküche besucht Aldona Rudzanyte in Vilnius

Foto: Malteser / Malteser (honorarfrei für diesen Zweck)

Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst unterstützen Projekte in Riga, Kaunas und Vilnius.

Aldona Rudzanyte ist eigentlich eine Künstlerin. Jeder verfügbare Quadratzentimeter Wand ihrer kleinen Wohnung ist mit selbst gemalten Ölbildern bedeckt. Die 87-Jährige wurde 1932 in einem kleinen Ort 50 Kilometer nördlich der litauischen Hauptstadt Vilnius geboren. Im Krieg lebte sie mit ihrer Familie zwischen den Fronten. Aldona Rudzanytes Haus brannte bis auf die Grundmauern nieder. 1950 begann sie ein Kunststudium, das sie jedoch nicht zu Ende führen konnte. Stattdessen arbeitete sie 20 Jahre als Schulsekretärin, 17 Jahre als Laborantin an der Universität und lange Zeit für das Kulturministerium. Verheiratet war sie nie. Aldona Rudzanyte bekommt 307 Euro Rente. Doch nach Abzug der Kosten für Miete, Heizung, Hausmeister und Medikamente bleiben nur etwa 40 Euro im Monat für Lebensmittel. Die Suppe, die ihr die Malteser nach Hause bringen, streckt sie auf zwei bis drei Tage. Obwohl die warme Mahlzeit für sie überlebenswichtig ist, findet sie den kurzen Klönschnack mit Mantas Bruzas von den Maltesern fast noch wichtiger. Die Gespräche wecken ihre Lebensgeister.

Gut 700 Menschen vertrauen in Litauen darauf, dass sie regelmäßig Besuch von einem der Ehrenamtlichen bekommen, die eine warme Mahlzeit vorbeibringen – die Kosten pro Mahlzeit sind rund 85 Cent. Darüber hinaus kümmern sich fast 1000 Freiwillige um 1900 alte und hilfsbedürftige Menschen.

Außerdem unterstützen die Malteser in Litauen fünf Einrichtungen, in denen 440 Schulkinder ein warmes Mittagessen erhalten und betreut werden. In ihren Familien sind sie häufig Gewalt und Kriminalität und den Folgen von Alkoholmissbrauch ausgesetzt. „Wir versuchen die Not zu lindern, wo wir nur können“, sagt der Auslandsbeauftragte der Malteser Hamburg, Jörg Baumann.

Die lettischen Johanniter helfen Alleinerziehenden

Der Schnee knistert unter Ilzes Schuhen, noch einmal dreht sie sich um, um ihrer kleinen Tochter zuzuwinken, bevor sie Richtung Wäscherei stapft. Ilze S. ist verwitwet und alleinerziehend. Die Witwenrente reicht vorne und hinten nicht. Ihre kleine Tochter Kristine, die als Baby eine schwere Infektionskrankheit hatte und seitdem behindert ist, muss rund um die Uhr versorgt werden. „Ich wüsste nicht, wie ich das machen sollte ohne die Unterstützung der Sveta Jana“, sagt sie. Wenn Kristina nicht tagsüber in der Tagespflege wäre, könnte Ilze nicht arbeiten gehen. „Kristina freut sich immer so auf den Tag. Hier trifft sie auf andere Kinder, bekommt ein warmes Mittagessen und macht täglich Fortschritte“, sagt Ilze. Ihre kleine Familie erhält hier auch Beratung und Unterstützung von Sozialarbeitern.

Die 1993 gegründete lettische Schwesterorganisation der Johanniter „Sveta Jana Palidziba“ (Hilfe des heiligen Johannes) ist eine der größten, nichtstaatlichen Hilfsorganisationen Lettlands. Sie engagiert sich in der humanitären Hilfe, bietet soziale Dienstleistungen an und ist im Katastrophenschutz, der Bildung und der Jugendarbeit tätig. Die Organisation betreibt eine Tagesstätte für Menschen mit Behinderung und Demenzkranke, eine Kleiderkammer und eine Suppenküche für Riga und Umgebung, die täglich mehr als 600 warme Mittagessen verteilt.

Vor allem alte, kranke und behinderte Menschen sind insbesondere im kalten Winter darauf angewiesen. Ohne Spenden wäre diese Hilfe nicht möglich. „Dank der Unterstützung der Spender aus Hamburg schauen Kristina und ich zuversichtlich in die Zukunft“, sagt Ilze. „Die Ärmsten in Riga brauchen uns nach wie vor“, sagt Andrea Opitz, ehrenamtliche Koordinatorin der Johanniter-Osteuropahilfe in Hamburg. Sie bittet um Spenden: „Bitte helfen Sie uns, weiterhin zu helfen.“

Die Samariter in Kaunas betreiben ein Familienzentrum

Jurgita Buivydiene (41) ist mit ihren fünf minderjährigen Kindern vor ihrem gewalttätigen Mann geflüchtet und hat sich an den Litauischen Samariterbund (LSB) gewandt. Im LSB-Familienzentrum im litauischen Kaunas hat sie Hilfe bekommen. Bereits in der Kindheit hatte Jurgita Buivydiene es nicht leicht. Dann lernte sie einen Mann kennen, der immer stärker alkoholabhängig und gewalttätig wurde. Die Samariter unterstützen sie seit einigen Jahren mit Kleidung und Lebensmitteln. Nun hat sie einen fürsorglichen Mann kennengelernt, der noch vier weitere minderjährige Kinder in die Beziehung mitgebracht hat. Er versorgt die große Familie. Leider reicht sein Einkommen als Dachdecker nicht aus. Nur durch die Unterstützung des LSB haben sie genügend Lebensmittel. Jurgita Buivydiene ist sehr dankbar für die Hilfe, deshalb sortiert sie ehrenamtlich Spenden für die Kleiderkammer des Familienzentrums.

Die Kinder besuchen die Kindereinrichtung im Familienzentrum und bekommen dort ein warmes Mittagessen und bei Bedarf Kleidung, Schuhe und Hausaufgabenhilfe. Das Geld des Familienvaters reicht nur für die nötigsten Dinge: „Ohne Samariter-Hilfe geht es nicht, wir leben in einer 53 Quadratmeter kleinen Wohnung mit elf Personen und können uns keinen Kühlschrank leisten“, sagt Jurgita Buivydiene. Die Partnerschaft zwischen dem Arbeiter-Samariter-Bund Ortsverband Hamburg-Nordost e. V. und dem Litauischen Samariter-Bund besteht seit 20 Jahren. Sie hat zur Verbesserung der sozialen Strukturen in Kaunas beigetragen. „Ich freue mich, dass wir unsere Partner mithilfe der Abendblatt-Leser unterstützen können“, sagt Detlef Hapke, der Vorsitzende des ASB Hamburg-Nordost e. V.

Spendenkonten:

Malteser, Haspa, IBAN: DE33 2005 0550 1280 2163 99, Stichwort „Litauenhilfe“

Johanniter-Spendenkonto, Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE03 3702 0500 0004 3249 20, Stichwort: „Osteuropahilfe“

Arbeiter-Samariter-Bund, Haspa, IBAN: DE95 2005 0550 1217 1630 52, Stichwort: „Kaunas“