Kolumne

Liebeskummer ist immer schrecklich – ab 50 ein Drama

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Es ist vor allem die Einsamkeit, die nach einer ungewollten Trennung schmerzt. Eine Freundin hat eine Methode gefunden, die hilft

Meine erste Reaktion auf das Thema Liebeskummer war eine Erinnerung an meine Jugend, als meine erste große Liebe mich verließ. Das tat weh, ist aber so lange her, dass ich mich viel mehr an die schönen Momente mit ihm erinnere als an den unschönen Abschluss. Doch zwei meiner Bekannten wurden gerade erst kürzlich von ihren Männern verlassen und ich erlebe, wie schrecklich das ist.

Denn anders als in der Jugend ist es mit Anfang 50 eben nicht mehr so leicht, eine neue Liebe zu finden und ein anderes Leben aufzubauen. Besonders dann, wenn man selbst ganz zufrieden mit der Beziehung war. Es ist vor allem die Einsamkeit, die schmerzt, denn die meisten ihrer Freunde sind liiert.

Die eine Freundin hat nun eine Methode gefunden, die ihr etwas hilft. Sie hat ein „Schöne-Erlebnisse-Tagebuch“ angelegt, da hinein kopiert sie zum Beispiel eine nette WhatsApp-Nachricht, lustige Bilder, einen fröhlichen Gedanken und letztens ein Foto von einem Konzert, bei dem wir gemeinsam waren. Ich fand es berührend, als sie sagte, dass sie immer, wenn es ihr schlecht gehe, dieses Tagebuch anschaue, um sich an ein paar schönen Momenten im Leben zu erfreuen.