Kolumne

Gäbe es noch keine Chöre, müsste man sie erfinden

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Chöre sind Glücksbringer. Beim Singen sind Herkunft, Bildung und Alter egal, es geht darum, gemeinsam etwas zu bewirken – jede Stimme zählt

Ein Chor für Lungenkranke – das hört sich zunächst seltsam an, möchte man doch als Laie meinen, diese Menschen müssten sich permanent schonen. Nein, das Gegenteil ist der Fall, das Singen hilft ihnen sowohl gesundheitlich als auch seelisch. Denn es bringt Spaß, Gemeinschaft und eine Auszeit von dem belastenden Alltag (siehe Artikel). Wir haben an dieser Stelle auch schon über einen Chor für krebskranke Menschen geschrieben, der sich regelmäßig in Neumünster trifft. „Wir können hier die Gefühle rauslassen, doch meistens tritt die Krankheit beim Singen in den Hintergrund“, sagte ein Teilnehmerin.

Chöre sind richtige Glücksbringer. Sie führen unterschiedlichste Menschengruppen zusammen, sei es im Kirchen-, Jugend- oder Seniorenbereich. Beim Singen sind Herkunft, Bildung und Alter egal, es geht darum, gemeinsam etwas zu bewirken. Jede Stimme zählt und manche mit Gesangstalent können über sich hinauswachsen. Das beobachte ich immer wieder bei dem großartigen Chorprojekt The YoungClassX, das Stimmtalente besonders fördert. Chöre sind einfach etwas Wunderbares. Wenn es sie nicht schon so lange gäbe, müsste man sie erfinden.