Kolumne

Wenn junge Leute ein Handwerk lernen

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Warum die Aussage einer jungen Bäckereifachverkäuferin mir richtig gute Laune gemacht hat

Bei uns in der Nähe hat ein neuer Bäcker aufgemacht. Da ich morgens am liebsten ein Vollkornbrötchen esse, fragte ich die junge Verkäuferin dort danach. Als Antwort kam eine sehr differenzierte Erklärung zu den unterschiedlichen Brötchensorten, samt Vollkorn-, Weizen- und Dinkelanteil. Ich war sehr beeindruckt und lobte, dass sie sich aber gut auskenne. Die Jugendliche antwortete selbstbewusst und sichtlich stolz: „Aber klar, ich bin schließlich ausgebildete Bäckereifachverkäuferin.“ Die Aussage und die Freude an ihrem Beruf haben mich ungemein gefreut.

Das würde ich mir häufiger wünschen. Wir benötigen so viele junge Menschen, die ein Handwerk wieder schätzen oder eine kaufmännische- bzw. gas­tronomische Ausbildung machen. Gute Kellner sind Gold wert – wenn sie mich beim Wein und Essen kompetent beraten, komme ich gern zurück in das Lokal, auch wenn mal ein Gericht nicht so gut war. Ebenso schätze ich Verkäuferinnen, die beim Kleiderkauf stilsicher das Richtige heraussuchen. Da das nicht mehr so häufig ist, lobe ich immer jeden, der mir in diesem Bereichen positiv auffällt, in der Hoffnung, dass wenigstens sie ihrem Beruf treu bleiben.