Kolumne

Cannabis darf nicht legalisiert werden

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Der hohe THC-Gehalt führt nachweislich zu erhöhter Psychosen-Gefahr. Eine Legalisierung verharmlost die Droge für Jugendliche. Sie sind gefährdet

Immer wenn ich über Vorstöße von Parteien lese, die Cannabisabgabe zu legalisieren, werde ich wütend und traurig zugleich. Zwei meiner Freunde sind als Jugendliche durch hohen Cannabiskonsum schizophren geworden, sie können nicht selbstständig leben. Auch Freunde meiner Söhne bekommen ihren Alltag durchs Kiffen nicht mehr unter Kontrolle. Wie die Ergebnisse aktueller Studien zeigen, sind Psychosen bei täglichem Cannabiskonsum bereits dreimal so häufig wie bei Nichtnutzern – gerade für jugendliche Gehirne kann der inzwischen sehr hohe THC-Gehalt in Cannabis gefährlich sein. Auch der Hamburger Suchtforscher Prof. Rainer Thomasius (UKE) warnt davor, dass eine Legalisierung zu einer deutlichen Zunahme des Erkrankungsrisikos von Psychosen führt.

Auch wenn Parteien betonen, dass eine Abgabe nur an Erwachsene legalisiert werden soll, so signalisieren sie doch auch in Richtung Jugend, dass Cannabis offenbar harmlos ist. Genauso leicht, wie sie als Minderjährige an Alkohol kommen, können sie einen Erwachsenen bitten, ihnen frei verkäufliches Cannabis zu besorgen. Der Zugang dazu wäre viel leichter – und das macht mir große Sorgen.