Kolumne

Trauernde Menschen brauchen Austausch

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Trauernde brauchen Zeiten und Gruppen, in denen sie loslassen können. Dabei helfen die „Verwaisten Eltern und Geschwister Hamburg“

Ein Kind zu verlieren ist mit das Schrecklichste, was einer Mutter und einem Vater im Leben passieren kann. Der Schmerz wird mit der Zeit vielleicht weniger, auch die Gedanken ordnen sich wieder, aber die Trauer hört wahrscheinlich nie auf. Ich habe Bekannte erlebt, die die Trauer um ihr verstorbenes Kind auseinandergebracht hat, weil das gegenseitige Verständnis für den Umgang damit fehlte. Sie hatten alleine versucht, mit ihrem Schmerz klarzukommen.

Deswegen ist der Verein der „Verwaisten Eltern und Geschwister Hamburg“ so wichtig, weil Trauernde sich dort in Gruppen mit Menschen austauschen können, die Ähnliches erlebt haben – sei es die Frühgeburt, der Unfalltod oder gar Suizid des eigenen Kindes. Und ich finde es gut, dass es dort auch die Möglichkeit gibt, dass Männer und Frauen sich getrennt treffen und aus ihren Rollen, die sie in der Familienkonstellation einnehmen, schlüpfen können. Es ist wichtig, sich bewusst Auszeiten zu schaffen, in denen man nicht Rücksicht auf die Gefühle des Partners nehmen und funktionieren muss, sondern die eigenen Bedürfnisse spüren kann, ungehemmt weinen, aber vielleicht auch mal wieder lachen kann.