Kolumne

Das Frauenhaus ist ein Segen

Porträt Sabine Tesche

Porträt Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Für Frauen, die misshandelt werden, ist es ein Glück, dass sie ins Frauenhaus ziehen können – und auch wieder Zeit für die Kinder haben

Wie verzweifelt muss eine Mutter sein, wenn sie ihre Kinder und einige Habseligkeiten zusammenpackt und in ein Frauenhaus zieht? Es sind vor allem Frauen, die nicht nur von ihrem Partner schwer misshandelt wurden, sondern oft auch sozial isoliert leben – also niemanden sonst haben, zu dem sie gehen können. Welch ein Glück, dass es solch eine Einrichtung für Frauen gibt und dass auch die Kinder dort willkommen sind. Ich dachte vor meinem Gespräch mit den Frauenhaus-Mitarbeiterinnen (siehe Artikel), dass es zwar eine Erleichterung für die Mütter, jedoch für die Kinder ganz schrecklich sein müsste, aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen zu werden. Doch ich war erfreut zu hören, dass die Mädchen und Jungen vor allem erleichtert sind und dass sie es im Gegenteil genießen, plötzlich viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Denn eine Frau, die voller Angst vor ihrem Mann lebt und nur wenige Kontakte und Ortskenntnisse besitzt, hat vermutlich wenig Muße, mit ihren Kindern zu spielen und Ausflüge zu machen.

So kann in einem Frauenhaus auch die Beziehung zwischen den Müttern und Kindern gesunden – gern unterstützt der Abendblatt-Verein solche Häuser.