Gelungene Inklusion

Berührendes Theater ohne Grenzen

Aida, Schauspielerin im italienischsprachigen Tessin (links) und Alenka, Schauspielerin beim Sozialkontor Hamburg, haben schon in der letzten Produktion vom Theater Ohne Grenzen gemeinsam gespielt und Freundschaft geschlossen.

Aida, Schauspielerin im italienischsprachigen Tessin (links) und Alenka, Schauspielerin beim Sozialkontor Hamburg, haben schon in der letzten Produktion vom Theater Ohne Grenzen gemeinsam gespielt und Freundschaft geschlossen.

Foto: Gesche Jäger / Gesche Jäger / Sozialkontor

Das inklusive Ensemble kommt aus Hamburg, Russland und der Schweiz. Aufführungen sind am 15. und 16.7. im Hamburger Sprechewerk

Um Selbstvertrauen und um die Stärkung des Ich geht es beim „Theater ohne Grenzen“, das aus multinationalen Schauspielern mit und ohne Behinderung besteht. Vom 4. bis 15. Juli entwickelt das Ensemble Sozialkontor mit den Theatergruppen Perspektivy aus Russland und Associazione Giullari di Gulliver aus der italienischsprachigen Schweiz ein neues Stück. Es geht darum, ein Stück ohne sprachliche, politische und körperliche Barrieren zu zeigen – wer es sieht, wird berührt und verzaubert sein.

Diesmal unternehmen die Schauspieler eine Lebensreise. Sie erforschen die Vergangenheit: schöne Erinnerungen, glückliche Momente, Sehnsucht, Abenteuer, Schmerz. Das volle Leben aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Unter der Leitung von Prisca Mornaghini, Elena Schiffers und Antonello Cecchinato setzen die Schauspieler die Momente zu einem neuen, sehr persönlichen Stück zusammen. Am 15. und 16. Juli feiert die dreisprachige Produktion dann Uraufführung im Hamburger Sprechwerk.

Das Ensemble trifft sich jedes Jahr woanders

„Das Theater Ohne Grenzen überwindet nicht nur Länder und Sprachgrenzen. Wir gehen hier selbstverständlich miteinander um, egal welche Behinderungen es gibt, und jeder hat ja meistens irgendeine Einschränkung“, sagt Alenka Jantschar. Die Hamburgerin hat schon an der letzten Produktion des Ensembles teilgenommen. Sie ist sehr froh über das Theaterprojekt: „Es hat mir einen riesigen Tritt gegeben, mich aus meiner Depression herauszuholen.“

Seit 2007 treffen sich die Schauspielgruppen aus der Schweiz, Russland und Deutschland abwechselnd in den drei Ländern und erarbeiten Produktionen. Dass dieses Projekt Realität wurde, ist den engagierten Verhandlungen von Elena Schiffers mit der russischen Kultur- und Sozialbehörde zu verdanken. Elena Schiffers ist Schauspielerin und Regisseurin. Sie leitet die russische Theatergruppe mit dem Namen „Art Studio“ seit 2000.

Ermöglicht wird das Projekt zudem vom deutsch-russischen Verein Perspektiven e. V. und vom BHH Sozialkontor aus Hamburg. Das Sozialkontor ist ein soziales Dienstleistungsunternehmen. Mehr als 800 Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung in Hamburg und Niedersachsen nutzen die Angebote. Dazu zählen Assistenz- und Wohnangebote, Pflege und Therapie, Hortbetreuung, Treffpunkte sowie Freizeit- und Bildungsangebote.