Kolumne

Menschen mit Behinderung haben auch Bedürfnis nach Sex

Porträt Sabine Tesche

Porträt Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Das Thema Sex und Liebe bei Menschen mit geistiger Einschränkung darf nicht tabuisiert werden. Offene Gespräche sind hier ganz wichtig.

Als ich von der Hochzeit dieses Paares mit Behinderung erfuhr (siehe Artikel) und auch was sie bei den unterschiedlichsten Teilnehmern emotional bewirkte – angefangen von der Standesbeamtin bis hin zu den Betreuern – war ich sehr berührt. Denn es ist ja eigentlich das Natürlichste der Welt, wenn zwei sich lieben und geprüft haben, dann auch zu heiraten. Doch mir kamen gleichzeitig dabei auch andere Gedanken hoch, die in unserer Gesellschaft gern tabuisiert werden. Das Bedürfnis nach Liebe, Partnerschaft und natürlich auch Sex bei Menschen mit Behinderungen.

Natürlich gibt es bei Eltern Ängste, ihre geistig behinderten Kinder könnten nicht nur sexuell ausgebeutet werden, sondern auch selber Kinder bekommen. Dabei ist jedoch ganz klar: Darüber steht die Selbstbestimmung des Menschen, keiner darf dort eingreifen, um das zu verhindern. Sexuelle Aufklärung und ein offenes Gespräch mit den Beteiligten ist hierbei ganz wichtig.

Zum Glück gibt es im Rauhen Haus und auch bei der Stiftung Alsterdorf Beratungsstellen für alle Fragen rund um das Thema – nicht nur für die Menschen mit Behinderung, sondern auch für deren Angehörige.