Kolumne

Liebe Leserinnen,liebe Leser

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible

Jeder liebt neue Sachen und nimmt sich viel vor für das neue Jahr – aber Repair Cafés zeigen den Wert des Alten. Ein tolle Projekt

Eigentlich bringt so ein frisch begonnenes Jahr auch immer viel Neues mit sich: Wir nehmen uns neue Reisen vor, haben über die freien Tage neue Energie getankt und haben vielleicht auch neue Vorsätze. Wie wahrscheinlich die meisten Frauen liebe ich neue Kleider, Schuhe und Handtaschen. Meine Söhne lieben ihre neuen Smartphones, möglichst alle zwei Jahre wollen sie ihr Gerät austauschen, um immer auf dem neuesten Stand der Technik zu sein.

Da passt es doch gar nicht in die Zeit, eine Geschichte über Reparaturen von gebrauchten Gegenständen zu machen. Doch als ich von dem Repair Café in der Wichern-Schule las, wurde ich nachdenklich. Wann habe ich zuletzt etwas reparieren lassen, besonders im Elektrobereich? Ich habe eine Weile gebraucht, bis mir unser Verstärker und ein Lautsprecher einfielen, den unsere Jungs durch falsche Bedienung nun schon zweimal kaputt gemacht haben und an dem mein Mann so hängt, „weil er noch den alten guten Sound hat, da kommt keine neue Box mit“, sagte er.

Das Schöne an schulischen Repair Cafés ist, dass junge Menschen lernen, dass Altes einen Wert hat. Und gleichzeitig ein Bewusstsein für Müllvermeidung bekommen. Das finde ich einfach großartig!

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