Kolumne

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Sabine Tesche, Abendblatt-Redakteurin

Sabine Tesche, Abendblatt-Redakteurin

Foto: Andreas Laible

Fiete Arps Leben als HSV-Profi ist der Traum vieler junger Fußballer, doch ich würde es mir nicht für meine Söhne wünschen.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal sehnsüchtig auf einen 18-Jährigen auf dem Parkplatz einer Klinik warten würde. Denn es hatte Monate gebraucht, um den Besuch des HSV-Profifußballers Fiete Arp im Kinder-UKE zu organisieren. Das war es mir jedoch wert, vor allem nachdem ich diesen Jugendlichen zusammen mit den schwer kranken Kindern erlebt habe, denen er unseren Abendblatt-Seelentröster Fiete (siehe Artikel) überreichte. Fiete Arp ist mit seiner fröhlichen Art, der Reife und Klarheit, die er ausstrahlt, ein Glücksfall und für die Kinder war der Termin eine sehr schöne Abwechslung von ihrem ­Klinikalltag.

Doch bei dem Termin ging mir auch durch den Kopf, ob ich dieses Profifußballer-Leben meinem älteren Sohn, der auch 18 Jahre alt ist, wünschen würde. Denn das hätte bedeutet: mit 14 aufs Sportinternat, statt Partys zu feiern und die Freiheit zu genießen, jeden Tag Training und Disziplin. Natürlich ist Fiete Arps Leben der Traum vieler junger Fußballer, die sich auch quälen und hoffen, entdeckt zu werden. Doch jeder Schritt und Fehltritt, jedes Tor und auch das Ausbleiben von Erfolgen werden von der Öffentlichkeit verfolgt. Das kann manchmal sehr viel Druck für einen so jungen Menschen sein.