Benefiz

Mitmachen beim größten Seniorenchor der Stadt

Der A-Capella-Seniorenchor von Inka Neus

Der A-Capella-Seniorenchor von Inka Neus

Foto: Inka Neus

Am 4. November treten 100 ältere Sänger gemeinsam bei einem Konzert in der Friedenskirche Altona auf

Zunächst schien das Ziel der Musikpädagogin Inka Neus sehr ehrgeizig: Sie nahm sich im Frühling dieses Jahres vor, den größten Seniorenchor Hamburgs auf die Beine zu stellen. Im Mai fing sie in Eppendorf mit der ersten Gruppe an, inzwischen gibt es zwei weitere Standorte – in Altona und Langenhorn – und mehr als 100 Sängerinnen und Sänger, die unter dem Motto: „Älter & Besser – Acappella im Ruhestand“ jede Woche zu den Chorproben kommen.

Die 31 Jahre alte Chorleiterin hat offenbar einen Nerv getroffen. „Viele Kirchenchöre möchten keine älteren Stimmen mehr haben, weil die angeblich nicht mehr so hell und gerade klingen“, sagt Neus, die im Gegenteil findet, „dass gut eingestellte ältere Stimmen mehr schwingen und viel Klangfarbe haben.“ Deswegen singen ihre Chöre auch alle ausschließlich A-capella. Die Teilnehmer kommen aus allen Gesellschaftsschichten. „Es ist schön zu erleben, mit welcher Ernsthaftigkeit die Senioren zu den Proben kommen und mit viel Selbstbewusstsein und Freude singen.“

Am Sonntag, den 4. November, werden nun alle 100 Senioren gemeinsam in der Friedenskirche Altona auftreten – bei einem großen Benefiz-Chorfest unter dem Motto „Alter ist nichts für Feiglinge. Singen auch nicht“ treten neben der Soulsängerin Floy, zehn Chöre A-Capella auf - vom Punk-, Blinden-, bis Frauenensemble sind sehr unterschiedliche Gruppen und Musikrichtungen dabei. Das Konzert ist ein Kooperationsprojekt mit der neuen Seelsorge-Initiative „ZusammenWir!“ der Pastorin Melanie Kirschstein im Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein, die Netzwerke unter älteren Menschen aufbauen möchte. Eine Art für einander sorgende Gemeinschaft, die der Vereinsamung im Alter entgegenwirkt. So wird es bei dem Konzert auch 90-Sekunden-Impulse zum Thema Alterseinsamkeit u.a. von Pastor Helge Adolphsen und Abendblatt-Redakteurin Sabine Tesche geben. Ab dem 8. November wird es zudem einen weiteren „Älter & Besser“-Chor-Standort in der „Fördern und Wohnen“-Seniorenanlage an der Bernstorffstr. 145 geben. Da sich dort einige ärmere Bewohner den monatlichen Teilnehmerbeitrag von 15 Euro nicht leisten können, wird die Abendblatt-Initiative „Von Mensch zu Mensch“ diese Kosten übernehmen.

Chorfest gegen Alterseinsamkeit am 4. 11.
ab 17 Uhr, Friedenskirche Altona, Otzenstraße 19, Eintritt frei, Spenden erwünscht. Chorproben: ella Kulturhaus Langenhorn, Käkenflur 30, dienstags 11 Uhr; HausDrei Altona, Hospitalstr. 107, mittwochs 11 Uhr; Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg
13 a, donnerstags 11.30 Uh; Wohnanlage Bernstorffstraße 145, donnerstags 15.30 Uhr (ab dem 08.11). Infos bei Inka Neus, E-Mail:
inka.neus@gmx.de,,Tel. 0176 / 21 64 99 01.