Kolumne

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Sabine Tesche Redakteurin

Foto: Andreas Laible

Sabine Tesche Redakteurin

Es erfordert Mut und Geduld, ein Pflegekind aufzunehmen - doch wir brauchen in Hamburg dringend mehr Famlien, die dazu bereit sind

Wir haben im Hamburger Abendblatt immer wieder Geschichten über Pflegekinder, vor allem dann, wenn es Probleme mit Ämtern oder den leiblichen Eltern gibt und die Fronten sich verhärtet haben. Deswegen fand ich es spannend, einmal zu erfahren, wie erwachsene Pflegekinder ihre Situation und die neue Familie im Nachhinein beurteilen – auch die Möglichkeiten, die ihnen diese zunächst fremde Familie bieten konnte.

Leider gibt es nicht genügend Pflegefamilien in Hamburg, also Menschen, die bereit sind, einem benachteiligten Kind die Chance für ein normales Leben zu bieten. Dazu braucht man viel Mut und Geduld. Allerdings gibt es bei Pflegekindern immer Unterstützung vom Amt – sowohl finanzielle als auch Hilfen bei der Erziehung. Und es muss ja auch keine Pflege auf Dauer sein.

Vor allem an Bereitschaftspflegefamilien gibt es einen Mangel. Das bedeutet, dass man für Kinder bereitsteht, die kurzfristig wegen einer Krisensituation aus ihrer Herkunftsfamilie genommen werden müssen. Es ist dann nur eine Betreuung auf Zeit, für ein paar Wochen oder Monate, in denen man einem schutzbedürftigen Jungen oder Mädchen viel Zuneigung und Aufmerksamkeit schenken kann – vielleicht auch als Großelternersatz.

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