Kolumne

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible

Ich würde mich freuen, wenn Eltern und Lehrer ihre Kinder und Schüler motivieren könnten, beim Projekt HerzCaspar mitzumachen

Als meine Mitarbeiterin und ich die Geschichte über den verstorbenen Caspar (siehe Artikel) zum ersten Mal lasen, waren wir tief betroffen. Wir haben beide Söhne im jugendlichen Alter und die Vorstellung, dass einer so jung durch eine Krankheit stirbt, war für uns beide schrecklich. Umso mehr bewundere ich das Engagement der hinterbliebenen ­Familie, die einen Auftrag ihres Sohnes darin sieht, junge Besucher zu finden, welche langzeitkranke Jugendliche regelmäßig im Krankenhaus besuchen und so einen altersgemäßen Austausch ­ermöglichen.

Ich denke auch, dass dort eine Betreuungslücke ist, die man wahrscheinlich nicht so leicht schließen kann, denn – anders als bei Senioren – gibt es nicht so viele Jugendliche, die sich ehrenamtlich engagieren. Aber vielleicht gibt es Lehrer und Eltern, die ihre Schüler und Kinder dazu ermutigen möchten, bei diesem Modellprojekt mitzumachen. Ich glaube, dass gerade auch Jugendliche, denen es sonst an nichts fehlt, bei solch einem Austausch an Tiefe und Lebenserfahrung gewinnen können. Denn sie werden vielleicht auf ein Gegenüber treffen, das sich in seinem jungen Leben schon mehr Gedanken über Existenz, Verluste und die Lust auf Leben gemacht hat als sie.

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