Rezension

Ein neues Buch über die Geheimnisse der Psyche

Lena Kuhlmann  hat das Buch „Psyche hat doch jeder

Lena Kuhlmann hat das Buch „Psyche hat doch jeder

Foto: Eden Books

Die Psychotherapeutin Lena Kuhlmann erklärt anschaulich die unterschiedlichen Therapien, Pillen und seelischen Erkrankungen

„Wer schon immer mal wissen wollte, was genau der Unterschied zwischen einem Psychiater und einem Psychotherapeuten ist, wie es in der Psychia­trie heutzutage wirklich aussieht und wie man die Psyche schützen kann, damit es nicht zu einem Ungleichgewicht kommt, der ist hier richtig“, schreibt Lena Kuhlmann in ihrem Internet-Blog über ihr gerade erschienenes Buch „Psyche? Hat doch jeder!“.

Etwa jeder dritte Deutsche im Alter zwischen 18 und 79 Jahren erleidet einmal im Leben eine seelische Erkrankung, dazu gehören auch Angststörungen, Alkoholabhängigkeit, Depressionen. Die Psychotherapeutin Kuhlmann bringt dem Laien leicht verständlich ihr Fachwissen nahe, erklärt die Entwicklung von Sigmund Freud bis zu „Dr. Google“ oder die Wirkungsweise einer Reihe von „Happy Pills“, mit denen psychische Symptome behandelt werden können. Über ihren Beruf sagt sie, er sei spannend wie ein Krimi.

Die Tiefenpsychologin schreibt anschaulich und wirft auch einen Blick auf die heutige Gesellschaft mit der jungen „Generation beziehungsunfähig“, die sich sowohl Geborgenheit und Sicherheit als auch absolute Freiheit, Abenteuer und Abwechslung wünsche – doch eine feste Partnerschaft und Single gleichzeitig bleiben unvereinbar. Gerade in Beziehungen verbergen sich häufig psychische Konflikte, zum Beispiel Kon­trolle und Unterwerfung, Selbstwert oder Schuld. Das Buch bietet dazu eine Menge Information, auch für Angehörige von psychisch Erkrankten.

Nach der Lektüre sind einige Geheimnisse um die Psyche gelüftet. Kuhlmann will aufklären, mit Vorurteilen aufräumen und zu einem offeneren gesellschaftlichen Umgang mit seelischen Erkrankungen beitragen. Es entsteht beim Lesen die Erkenntnis, dass das geheimnisvolle und oft noch tabubeladene Thema psychische Störungen und Erkrankungen genauso selbstverständlich betrachtet werden kann wie eine Grippe.

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