Unterstützung

Reisen und Ausflüge für Bedürftige

Segeln gehört zu den Ferienerlebnisse  für Kinder, die mit der Deutschen Hilfsgemeinschaft

Segeln gehört zu den Ferienerlebnisse für Kinder, die mit der Deutschen Hilfsgemeinschaft

Foto: Deutsche Hilfsgemeinschaft e.V.

Die Deutsche Hilfsgemeinschaft organisiert für Jugendliche und Senioren Erlebnisferien

Schon ein halbes Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gründete der damalige Erste Bürgermeister Hamburgs, Rudolf Petersen, die Deutsche Hilfsgemeinschaft e. V. Hansestadt Hamburg (DHG). Das Ziel war, Not, Hunger und Sorge zu lindern und den Menschen ein neues Lebensgefühl zu vermitteln. Heute muss keiner in der Stadt mehr hungern, doch es gibt noch immer arme Menschen, die außer ihrem Wohnumfeld kaum etwas anderes kennen, geschweige denn sich einen Urlaub leisten können.

Für sie bietet die DHG Reisen und Ausflüge an, organisiert Adventsfeiern, verschenkt Weihnachtspäckchen und beteiligt sich auch am Winternotprogramm für Obdachlose. Es gibt kindgerechte Erlebnisferien, Jugendaustausch mit östlichen europäischen Partnerstädten, Seniorenreisen für Menschen ab 65 Jahren nach Prag und ins Riesengebirge, nach Polen, an die Ostsee, ins Erzgebirge und für Pflegeheimbewohner einen Tagesausflug auf einen Alpaka-Bauernhof.

Uwe Gutwasser ist seit 35 Jahren ehrenamtlich bei der DHG. Der ehemalige Finanzbeamte „rutschte so rein“ in den Verein, als ein Jugendbetreuer wenige Tage vor einer Reise ausfiel. „Kann man ja einmal machen, dachte ich damals“, sagt der 59-Jährige. Inzwischen ist er Vorstand und unterstützt mit seinem Talent für Zahlen den Verein ebenso wie vier weitere Mitarbeiter und 30 Mitglieder. Eine Dauerbaustelle für die DHG ist die Suche nach Betreuern für die Kinder von acht bis 15 Jahren. Die Begleiter der Reisegruppen müssen belastbar und durchsetzungsfähig sein, sie werden von der DHG geschult und bekommen für die Reisen eine kleine Aufwandsentschädigung.

Im Stadtteil Borgfelde sind die Räume der DHG. In der Anlaufstelle treffen sich die Reisegruppen zur Vorbereitung, nachdem die Anträge der Teilnehmer von der Stadt Hamburg bewilligt wurden. Denn nur Bedürftige bekommen einen städtischen Zuschuss, sodass eine zweiwöchige Skireise für ein Kind nach Tschechien statt 500 Euro nur noch 73 Euro kostet. In Härtefällen wird auch dieser Anteil von der DHG mit Spenden finanziert. Etwa 260 Kinder und 120 Senioren können jährlich mitreisen.

Bedürftige alte Menschen liegen Uwe Gutwasser sehr am Herzen, auch über seine Frau, die in einem Pflegeheim arbeitet, bekommt er viel Information über deren Lebensumstände. Ihm geht es im Sinne des Vereins vor allem darum, die Menschen aus ihrem oft einsamen und eintönigen Alltag herauszuholen.

„Reisen belebt“, sagt er, „die Leute sollen aus ihrer Isolation herauskommen, soziale Kontakte knüpfen können.“ Für Gutwasser ist die DHG – zusammen mit zahlreichen anderen Vereinen und Hilfsorganisationen in der Hansestadt – „der Kitt unserer Gesellschaft“ und damit eine besondere Stärke des hanseatischen Selbstverständnisses.

Deutsche Hilfsgemeinschaft e. V. Hansestadt Hamburg, Bürgerweide 38, Tel. 250 66 20, E-Mail: info@dhghh.de,
www.deutsche-hilfsgemeinschaft.de