Kolumne

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible

Sabine Tesche

Es ist bedauerlich, dass die Tradition der Sternsinger im Norden nicht verbreitet ist. Unsere Kirchengemeinde macht extra Termine aus

Gerade waren letzten Sonntag wieder die Sternsinger bei uns. Dazu hat eine nette Frau aus der Kirchengemeinde extra bei uns angerufen und einen Termin mit Uhrzeit ausgemacht. Und so wurden die Heiligen Drei Könige mit ihrem leuchtenden Stern von einem Erwachsenen im Auto zu uns gebracht – zu groß sind bei uns im Ort offenbar die Entfernungen der Familien, die sich zum Jahresbeginn die Haustür mit den Buchstaben C+M+B, das heißt „Christus Mansionem Benedicat“ (Christus segne dieses Haus), beschriften lassen.

Das stimmt mich ein wenig traurig, weil ich diese Tradition so wunderbar finde und die Kinder in Freiburg, wo ich herkomme, von Tür zu Tür gehen und ihr Zeichen hinterlassen Es ist für viele dieser Sternsinger ihr erstes ehrenamtliches Engagement, da sie zudem um Spenden für Kinderprojekte bitten.

Allerdings gibt es auch im Süden Veränderungen. Ein Vater, dessen Kinder schon seit Jahren im Januar immer als Sternsinger unterwegs sind, erzählte mir, dass diese auch zunehmend verstörende Erlebnisse hätten, weil sie wüst beschimpft und abgewiesen würden. Dann ist ein Anruf vorher vielleicht doch nicht so schlecht, dann wissen die Heiligen Drei Könige zumindest, dass sie willkommen sind.

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