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Der ganze Saal sang „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“

Dass Gäste der Elbphilharmonie ein Konzert vorzeitig verlassen, kommt gelegentlich vor. Dass die Musiker ihr Programm mit den Worten „Wollen Sie etwa schon gehen?“ unterbrechen, habe ich aber erst einmal erlebt. Es war bei der festlichen Gala zum 500-jährigen Bestehen der Versammlung eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg (VEEK) am 12. Oktober. Die Söhne Hamburgs waren als Schlussakt mitten in ihrem Programm, als ein älteres Ehepaar aus der ersten Reihe an der Bühne vorbei den Saal verließ. Pianist Joja Wendt stoppte irritiert sein Spiel – seine Frage blieb aber unbeantwortet.

Vielleicht hatten die beiden Flüchtigen etwas anderes erwartet. Die VEEK ist ja eher für feierlich getragene Veranstaltungen bekannt. Aber der Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung, Gunter Mengers, wollte es angesichts des Jubiläums richtig krachen lassen. So gab es eben nicht nur Auftritte des Ensembles Resonanz und des Bundesjugendballetts, sondern auch Soul und die Söhne Hamburgs mit ihren mitreißenden Liedern. Der Stimmung tat das gut. Am Ende sang der ganze Saal „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins.“ Martin Kopp