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Die unglaublichste Stimme, die ich je hörte

Youn Sun Nah – der Name sagte mir nichts, als ich die Tickets für das Elbjazz Festival am 2. Juni 2017 in der Abendblatt-Geschäftsstelle kaufte. Das Konzert der koreanischen Sängerin in der Elbphilharmonie war im Ticketpreis enthalten, also buchte ich die mir Unbekannte eben mal mit.

Die zarte Person mit ihrem kleinen Ensemble trat schüchtern auf, begrüßte das Publikum mit gehauchten Worten und wirkte fast verloren in dem großen Saal – bis sie loslegte. Ich habe noch nie eine so unglaubliche Stimme erlebt. Mal engelsgleich, mal rauchig, mal brummend, trillernd, lockend – gibt es eine Tonlage, die diese Sängerin nicht beherrscht? Zuvor hatte ich Orchester und Chöre im Großen Saal erlebt, aber erst durch Youn Sun Nah habe ich wirklich verstanden, warum die Akustik so sehr gelobt wird. Ihre Stimme ging mir durch Mark und Bein, es vibrierte bis hoch in meine Reihe. Die Band spielte nur eine Stunde, doch für mich war es das klangvollste Konzert meines Lebens.

Im April kommt Youn Sun Nah wieder nach Hamburg – und ich habe Karten ergattert. Gleicher Platz, gleicher Ort. Ich kann’s kaum erwarten. Sabine Tesche