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Richard Strauss’ „Rosenkavalier“, strengstens geheim

Knapp 100 Konzertbesuche in der Elbphilharmonie später ist es jetzt, im Januar 2018. Etliche dieser Konzerte ­waren sensationell – allerdings nicht ­immer dann, wenn es der Papierform nach von ihnen zu erwarten war. Doch so richtig los mit uns beiden ging es nicht erst am 11. Januar 2017 bei der Eröffnung. Das war vier Monate früher, am 7. Oktober 2016: Probenbesuch bei einer NDR-Probe mit Thomas Hengelbrock, strengstens geheim mit Unterschriftenzwang. NICHTS verraten! Keinen Piep!! Nein, auch kein kleines Augenrollen!!! Und erst recht GAR NICHTS vor dem 11. Januar veröffentlichen!!!! Mit einem Satz: Nord­korea Streichelzoo dagegen.

Anderthalb Jahrzehnte abenteuerlicher Wartezeit auf die Wahrwerdung dieses Konzerthauses hatten ein Ende. In den Rängen verteilt saßen stumm staunend einige Mitarbeiter des Jahrhundertprojekts. Andere wandelten durch die Ränge, prüfend, wie es wo klingt. Ich war – Block K Mitte – ganz ­allein mit der Musik. Auf den NDR-Pulten lag Strauss’ „Rosenkavalier“-Suite, Herzschmerz vom Allerfeinsten. Und schon weit vor dem Schlussakkord war es um mich geschehen. Joachim Mischke