Kolumne

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Sabine Tesche

Foto: HA / A.Laible

Sabine Tesche Foto: HA / A.Laible

Mir scheint, die Not wird jedes Jahr größer. Wir bekommen vor allem Bitten von Alleinerziehenden, die uns ihr mühsames Leben schildern

Vor Kurzem habe ich an dieser Stelle geschrieben, wie wunderbar ich die Vorweihnachtszeit finde, weil wir hier Päckchen packen und uns mit unserer Benefiz-Veranstaltung „Märchen im Michel“ vergangenen Freitag so schön auf den Heiligen Abend einstimmen können. Gleichzeitig jedoch häufen sich hier die Anträge von bedürftigen Familien, die um finanzielle Unterstützung für Weihnachtsgeschenke und das Festessen bitten. Das ist jedes Jahr so, denn es bleibt vom Hartz-IV-Satz einfach zu wenig übrig für Präsente.

Doch mir scheint, die Not wird jedes Jahr größer. Wir bekommen seitenlange Briefe, mit offen geschilderten Problemen von vor allem alleinerziehenden Müttern, denen zum Jahresende die ganze Last ihres Lebens klar zu werden scheint und die zum großen Teil unverschuldet durch eine Krankheit, Gewalterlebnisse oder psychische Probleme in Armut leben. Für die meisten ist es eine große Überwindung, uns zu schreiben und mir wird das Herz sehr schwer, wenn eine Mutter erzählt, wie gern sie ein Vorbild für ihre beiden Söhne wäre, wie sie seit Jahren kämpft und dennoch auf keinen grünen Zweig kommt. Ich bin sehr froh, dass wir ihre Not etwas lindern können, auch dank Ihrer Spenden.

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