Magazin

Wie geht die Sprache der Seefahrer?

Was ein Päckchen ist, weiß jeder. Das kommt mit der Post. In der Sprache der Seefahrer meint das aber etwas anderes: nämlich das Festmachen mehrerer Schiffe längsseits nebeneinander.

"Längsseits?" Auch ein seemännischer Ausdruck. Es gibt Hunderte davon, und manche hört man in Hamburg auch häufiger im normalen Alltag. "Achtern" zum Beispiel, was so viel bedeutet wie hinten. Eine "Messe" ist auf dem Schiff kein Gottesdienst, sondern ein Speiseraum. Dort gibt es manchmal "Mettwurst", ansonsten ist dies die Bezeichnung für das Ende eines Taus.

Wo wir gerade in der Messe waren: Bevor dort gegessen wird, muss jemand "aufbacken". Aber nicht etwa alte Brötchen, sondern "aufbacken" bedeutet den Tisch (die "Back") decken. Nach dem Essen muss häufig einer die "Pütz" (Eimer) holen und mit dem "Feudel" (Wischlappen) durchwischen. "Holen" heißt unter Seeleuten übrigens auch eine Leine anziehen.

Apropos anziehen: Wenn man bei starker "Brise" an "Oberdeck" zum "Bug" oder zum "Heck" gehen will, sollte man sich einen "Isländer" (warmer und wasserabweisender Pullover) überziehen. Wer aus dem Schiffsrumpf aufs Wasser schauen möchte, tut dies am besten durch ein "Bullauge" (rundes Fenster). Ob nach "backbord" (links) oder "steuerbord" (rechts), ist dabei egal. Den besten Überblick hat man übrigens von der "Brücke" (Kommandozentrale), auch beim "Löschen" (Entladen des Schiffs).

Ein Tipp: Bei Google gibt es die vollständige "Liste seemännischer Fachwörter".

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.