Magazin

Wie viel Sturm halten Flugzeuge aus?

Vor zwei Tagen ist der erste schwere Sturm dieses Herbstes über Norddeutschland hinweggefegt. Der Bahnverkehr kam fast komplett zum Stillstand, auch viele S- und U-Bahnen fuhren nicht mehr, weil Bäume auf die Gleise gekippt waren. Allerdings: Der Flugverkehr lief fast normal, es gab lediglich ein paar Flüge mit Verspätung.

Das überrascht dann doch und wirft die Frage auf: Bei welchen Windstärken können Passagiermaschinen eigentlich noch starten und landen?

Das hängt davon ab, von wo der Wind kommt. Flugzeuge starten und landen grundsätzlich gegen den Wind, und das können sie selbst dann, wenn er Orkanstärke hat. Um dann trotzdem möglichst viele Flüge durchführen zu können, sind die meisten Start- und Landebahnen so gebaut, dass sie in ihrer Richtung der Hauptwindrichtung angepasst sind, sagt ein Fachmann der Deutschen Flugsicherung. Das bedeutet in unseren Regionen, dass sie von Ost nach West verlaufen, weil der Wind meistens aus westlichen Richtungen kommt. Für den weniger häufigen Fall, dass der Wind von Süd oder Nord weht, haben viele Flughäfen auch eine sogenannte Querwindbahn. Bei Seitenwinden von 55 Stundenkilometern bestehe aber grundsätzlich Startverbot, sagt der Experte.

Gefährlich wird es bei sogenannten Scherwinden. Das sind durch den Boden umgeleitete Auf- und Abwinde, die als starke Böen auftreten. Dann kann ein Flugzeug beim Landen schon mal ins Schlingern geraten, wie beim 2008 beim Orkan „Emma“ in Hamburg und diesen Donnerstag in Düsseldorf. Dazu gibt es ein Video auf www.abendblatt.de