Beratung

Hilfe, die sich an den Bedürfnissen von Familien orientiert

Gründungstreffen des KinderVersorgungsNnetzes

Gründungstreffen des KinderVersorgungsNnetzes

Foto: Kinderversorgungsnetz

Das KinderVersorgungsNetz bietet Eltern einen Überblick seriöser Pflegeorganisationen für schwerstkranke Mädchen und Jungen

Ein Schiff, beladen mit Containern, ist das Logo des Vereins KinderVersorgungsNetz Hamburg (KVN). Die bisher 16 Mitglieder sitzen alle im selben Boot und sind im Bereich der Betreuung und Krankenpflege von Kindern tätig. Nur Organisationen können hier Mitglied werden. Seit Januar 2016 besteht dieser Zusammenschluss von Versorgern, die mit schwerstkranken Kindern zu tun haben. Ehrenamtliche wie zum Beispiel Nestwärme e. V. sind ebenso dabei wie Kinderhospize und Kinderpflegedienste oder Hände für Kinder – Der Neue Kupferhof, wo Familien mit schwerbehinderten Kindern Urlaub machen können.

„Wir wollten alle an einem Tisch haben, weil das gleiche Interesse besteht. Man kannte sich zwar schon, doch jeder hatte nur seine eigenen Kontakte. Nun können wir unter einem Logo auftreten“, sagt Vorstand Thomas Schnahs, Pflegedienstleiter bei der Häuslichen Kinderkrankenpflege Hamburg e. V.

Das Ziel ist schnelle, umfassende professionelle Hilfe, die sich an den Bedürfnissen der Familien orientiert. Das KinderVersorgungsNetz bietet auf seiner Internetseite einen Überblick für Hamburg mit den Mitglieder-Einrichtungen, die alle im Kinderpflegebereich tätig sind. Besucher der Website können sich weiterleiten lassen auf deren Internetseiten. Da die Mitglieder sich einmal im Quartal treffen, um sich auszutauschen und über Probleme mit Krankenkassen oder auch einzelne Fälle zu sprechen, sind sie in der Lage, den Ratsuchenden individuelle weiterführende Tipps zu geben. Das KVN soll eine Hilfe insbesondere für Eltern sein. Denn „wenn man hinter die Kulissen guckt, gibt es doch mehr schwarze Schafe, als uns lieb ist“, sagt Thomas Schnahs. Mit dem KVN solle verhindert werden, dass die Familien in ihrer Not auch noch bei fragwürdigen Anbietern landen. Gleichzeitig ist das KVN auch eine Stellenbörse, da in der Präsentation der Organisationen auch steht, welche Mitarbeiter gesucht werden. Ehrenamtliche sind ebenfalls willkommen.

Die Mitgliederorganisationen sind in zum Teil recht unterschiedlichen Bereichen tätig wie Krankenpflege oder „Zeit verschenken“. Deshalb ist es schwierig, einheitliche Qualitätskriterien zu entwickeln. Aber es gibt ein Leitbild und die Organisationen entscheiden gemeinsam über die Aufnahme jedes neuen Mitglieds. Mit der Aufnahmegebühr von 200 Euro und dem jährlichen Beitrag von 50 Euro konnte bisher nur der Internetauftritt gestemmt werden, geplant sind eine zentrale Telefonanlaufstelle, ein besserer Datenaustausch und Fortbildungen.

Die Anzahl schwerkranker Kinder nimmt in Deutschland kontinuierlich zu, denn die medizinische Versorgung ermöglicht auch ein Leben mit schwersten Behinderungen. Doch die Ausbildung von Pflegekräften nur für Kinder wird mit dem derzeit letzten Ausbildungsgang enden. Künftig gibt es nur noch die generalistische Pflegeausbildung, in der die Krankenpflege vom Säugling bis zum alten Menschen zu einem neuen Pflegefachberuf zusammengelegt wird. Doch spezielle Kenntnisse sind wichtig, weil immer mehr Babys eine Frühgeburt, erbliche Schädigungen oder Geburtskomplikationen überleben. Die Medizintechnik ermöglicht es zudem, dass beispielsweise Kinder mit Atemgeräten zu Hause leben können – mit Pflegepersonal rund um die Uhr. Darum müssen sich die Eltern aktiv bemühen. „Wir freuen uns natürlich für die Familien, aber in der Praxis kümmert sich keiner so richtig um die Versorgung. Auf diesem Gebiet gab und gibt es viel Leid und unnötigen Frust“, sagt Schnahs, „dem wollen wir mit dem Verein entgegenwirken.“

Infos: www.kinderversorgungsnetz.hamburg, E-Mail: info@kinderversorgungsnetz.hamburg