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Sozialverband: Eine Stimme für die Schwachen

Obdachlose gehören zu den Schwachen der Gesellschaft

Obdachlose gehören zu den Schwachen der Gesellschaft

Foto: Getty Images/iStockphoto

Die bundesweite Organisation wird 100. Auch in Hamburg setzt sie sich für Benachteiligte ein

Ein „Rundum-sorglos-Paket“ fürs ­Alter durch Beratung, ob zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, Rentenantrag oder häuslicher Pflege, zu Problemen um Geld- und Sachleistungen sowie Hilfsmittelversorgung – allein dieses Angebot des Sozialverbands Deutschland e. V. (SoVD) klingt vielversprechend. Doch die Arbeit des Vereins mit bundesweit mehr als einer halben Million Mitgliedern reicht weit darüber hinaus. In Hamburg hat der SoVD fast 20.000 Mitglieder. Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ gibt es in der Hansestadt jährlich etwa 300 Freizeitaktivitäten in den 30 Ortsverbänden. Sechs Euro ist der Monatsbeitrag, eine Partnermitgliedschaft kostet neun Euro, Familien zahlen zehn Euro. Der Verein hilft mit einem dichten Netz aus Beratungsstellen, aber auch finanziell in Einzelfällen. Er möchte die Lebensbedingungen insbesondere von Altersarmut Betroffenen, Kindern oder Menschen mit Behinderung verbessern. Der SoVD tritt ein für eine „menschliche Stadt“, sieht sich als Mahner und Kritiker politischer Vorgänge und strebt Gerechtigkeit an, vor allem in den Bereichen Bildung, Soziales, Arbeitsmarkt- und Stadtentwicklung. In diesem Jahr feiert der Verband 100. Jubiläum. Gegründet wurde er als „Bund der Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten“ am 23. Mai 1917 in Berlin wegen der Missstände in der staatlichen Fürsorge und der täglichen Existenzsorgen der Kriegsopfer.

Für Klaus Wicher, seit 2011 Erster Landesvorsitzender in Hamburg, ist der ehrenamtliche Einsatz für mehr soziale Gerechtigkeit schon fast ein Vollzeitjob. Eine seiner Stärken sei es, der Politik auch konkrete Lösungsvorschläge zu machen. Wicher ist „stolz darauf, solch einen Verband führen zu dürfen, der sich mächtig dafür einsetzt, grundlegende Entwicklungen in der Sozialpolitik mitzubestimmen“. So wurden dessen Forderungen, 1000 Langzeitarbeitslose in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit zu bringen, sowie mehr aufsuchende Sozialarbeit für Senioren in den jüngsten Hamburger Koalitionsvertrag geschrieben. Für Hamburger Hartz-IV-Empfänger, bedürftige Alleinerziehende und für arme Rentner fordert der SoVD ein Sozialticket, um den Hamburger Verkehrsverbund kostenlos nutzen zu dürfen, und freien Eintritt in Museen.

Die Ortsverbände in Hamburg sind neben der Sozialberatung auch Anlaufstellen für Begegnungen und Freizeitaktivitäten im Stadtteil. Auf regelmäßigen Versammlungen referieren und informieren geladene Gäste, es gibt Klön- und Spielenachmittage und Tagesfahrten wie jetzt im Mai eine Fahrt nach Helgoland. Der SoVD kooperiert unter anderem mit Projekten wie „Kulturisten Hoch2“, bei dem Schüler und Senioren gemeinsam Kulturveranstaltungen besuchen, und vergibt Spenden anlässlich des Jubiläums für Initiativen wie „Madame Courage“ für alleinerziehende schwangere Studentinnen.

Informationen: www.sovd-hh.de, Tel.: 611 60 70 (Landesgeschäftsstelle, Mo–Mi 9–16, Do 9–18, Fr 9–14 Uhr)