Kolumne

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Sabine Tesche

Foto: HA / A.Laible

Sabine Tesche

Um zu verhindern, dass eine Ehe nicht langweilig wird, muss man aufeinander aufpassen und nicht aufhören, miteinander zu reden

Mir gehen diese Sätze von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig über seine gescheiterte Ehe nicht aus dem Kopf, als er in der "Bunte" sagte: "... leider haben wir beide nicht genügend auf uns aufgepasst. Irgendwann entwickelte sich mein Leben schneller als ihres ... Ich war beruflich ständig unterwegs, meine Frau war in der Rolle als Mutter und Managerin unseres Haushalts gefangen." Das öffentlich zu sagen, ist gegenüber seiner Frau absolut unfair, dennoch ist Albigs Aussage auch ziemlich ehrlich. Denn ich glaube, dass das auf so manche Ehe zutrifft und es auch ein Grund ist, warum sich Paare trennen, wenn die Kinder groß sind.

Das erlebe ich in meinem Bekanntenkreis vor allem dann, wenn Kinder das Einzige sind, was die Paare noch zusammenhält. Und wenn er Karriere gemacht und sie ihm zuliebe darauf verzichtet hat. Das kann gut gehen, aber wenn die Frau sich nicht rechtzeitig darum bemüht, wieder zurück in den Job zu gehen oder ein erfüllendes Ehrenamt anzunehmen, passiert es durchaus, dass die Welten auseinanderdriften. Dass die gemeinsamen Themen und Interessen fehlen und dass man sich langweilt. Um das zu verhindern, muss man aufeinander aufpassen und nicht aufhören, miteinander zu reden.

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