Magazin

The Weakerthans

Im Spätsommer 2000, von allen verlassen, nahmen mich die Weakerthans mit nach Winnipeg, Kanada. Da kannte man sich offenbar aus mit süßer Melancholie. Zumal ich das Alden-Nowlan-Zitat im Booklet gleich persönlich nahm: „For those who belong nowhere, and for those who belong to one place too much to belong anywhere else.“ Aufbruch oder Absturz, gehen oder bleiben, lieben oder lassen? In diese emotional wackeligen Angelegenheiten rumpelte und schepperte sich „Left and Leaving“, dieses schroff-schöne Poesiealbum des Indie-Rock. Unglaublich gut erzählt, mal treibend, mal zäh, immer mit Hang zur großen Melodie, aber nie breitbeinig. Mehr als drei Akkorde, Dutzende Zeilen fürs T-Shirt. So klein und doch so groß. (Nico Binde)