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Pink Floyd

Eigentlich muss ich Pink Floyd aus zwei Gründen dankbar sein – zum einen für eines der größten Alben der Rockgeschichte, zum anderen für die Befreiung von Michael Holm und Roland Kaiser. Bis zum Weihnachtsabend des Jahres 1979 saß ich als Neunjähriger mit dem alten Kassenrekorder mit Mikrofon vor dem Radio meiner Eltern, um die Hitparade aufzunehmen; danach war ich mit den Schlagerbarden durch, weil ich eine neue Welt entdeckt hatte – die Welt der Rockmusik. Schuld war mein Bruder, der das Doppelalbum „The Wall“ zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte. Bald nahm er mir das Album auf eine BASF-90-Kassette auf, um sein Vinyl zu schonen. Immer wieder lauschte ich Pink Floyd, deren Musik mich tief beeindruckte, ohne den Text zu verstehen. Nur „Another Brick in the Wall Part 2“ mit dem Jugendchor und der hymnischen Ansage „Teachers leave them kids alone“, Lehrer, lasst die Kinder in Ruhe, gefiel mir schon als Grundschüler. Beeindruckend ist das Gesamtkunstwerk samt Film bis heute – auch weil Pink Floyd den Soundtrack zum größten zeitgeschichtlichen Moment meines Lebens geliefert hat, dem Mauerfall. (Matthias Iken)