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Trio

„Los Paul! Du musst ihm voll in die Eier hauen!“ Worte, die ich als 15-Jähriger so noch nicht gehört hatte. Jedenfalls nicht auf Vinyl. „Das ist die Art von Gewalt, die wir sehen wollen – wenn auch nicht spüren wollen“, singt Stephan Remmler. Es ist 1982, kurz vor Helmut Kohls geistig-moralischer Wende, als ich die (im Herbst 1981 erschienene) Platte auf den Teller bekomme: Trio. Schnell, laut, witzig, deutsch. Das gab’s noch nie. ABBA und Beatles, Kiss und AC/CD, das war die Musik der anderen, die ich gemocht hatte. Das hier ist m e i n e Musik! „Wenn du denkst, dass ich Angst hab, leck mich erst mal am Arsch.“ Pubertät kann auch Spaß machen. Dadaistischer Punk aus Großenkneten mit Casio-Kinder-Keyboard. Sie besingen die Autobahn zwischen Holzminden und Oldenburg, Heino de Wit oder Wat und geben den volkswirtschaftlich sinnvollen Rat: „Kohle leihen! Damit’s euch besser geht.“ So wird die norddeutsche Ebene zu einer neuen Welt. „Wo geht’s lank, Peter Pank? Schönen Dank!“ (Sven Kummereincke)