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Wie regeln Schulen die Smartphone-Nutzung?

hamburg. Für Prof. Rainer Thomasius ist der Fall klar. Der Suchtexperte plädiert für ein Handy-Verbot an Schulen. Doch eine solche generelle Regelung gibt es nicht. „Das ist alles Teil der Hausordnung, über die die Schulkonferenz des Standorts entscheidet“, sagt Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde.

Das Abendblatt befragte 22 Hamburger Gymnasien und Stadtteilschulen. In der Regel sind die Vorschriften recht streng. Im Gymnasium Bondenwald in Niendorf dürfen Schüler der 5. bis 10. Klasse ihre Handys zwar mitbringen, sie müssen aber ausgeschaltet in der Tasche bleiben. In der Oberstufe darf das Handy benutzt werden, allerdings nicht in der Mensa.

In der Heinrich-Hertz-Schule (Stadtteilschule mit Gymnasium) in Winterhude gilt nach mehreren Mobbingfällen ein generelles Handyverbot. Nur wenn der Lehrer auffordert, mit den Smartphones zu recherchieren, dürfen sie eingeschaltet werden. Im Heinrich-Heine-Gymnasium in Poppenbüttel dürfen die Schüler ihre Handys für Notfälle mitbringen, da die Anfahrtswege zum Teil sehr lang sind. Von der ersten bis zur sechsten Stunde müssen sie aber ausgeschaltet bleiben.

Auch in der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule in Osdorf und Lurup dürfen die Schüler die Handys mitnehmen und in der Pause auf dem Schulhof und in der Pausenhalle benutzen (gilt für alle Jahrgänge). Die Bergedorfer Gretel-Bergmann-Stadtteilschule hat sogenannte Handy-Garagen eingerichtet, wo die Schüler ihre Handys vor dem Unterricht abgeben müssen.

Ein Punkt ist in allen Schulen gleich: Wer mit dem Smartphone mogelt, kassiert die Note „Sechs“. Der virtuelle Spickzettel ist also genauso riskant wie seine Vorgänger auf Papier.

( hptm )