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Wo kommt Hamburgs Trinkwasser her?

Wasser gibt es in und um Hamburg wahrlich genug – vor allem dank der Elbe und der Alster mit ihren Nebenflüssen. Aber kann man das trinken?

Sollte man nicht. Aber tatsächlich bezog Hamburg früher sein Trinkwasser aus diesen Flüssen, besonders aus der Elbe. Davon wurden viele Menschen krank oder starben sogar, weil in die Flüsse auch das Abwasser eingeleitet wurde. Besonders gefährlich wurde das, als Mitte des 19. Jahrhunderts giftige Industrieabfälle hinzukamen.

1905 baute man in Billbrook das erste Grundwasserwerk. Grundwasser war ohnehin schon relativ sauber, aber um es bedenkenlos zu trinken, muss es noch aufbereitet werden. Heute bekommen 2,1 Millionen Menschen in und um Hamburg ihr Wasser aus 17 solcher Grundwasserwerke. Jedes verfügt über mehrere Brunnen, aus denen das Wasser hochgepumpt wird. Der tiefste geht 430 Meter in die Erde. Das am weitesten von Hamburg entfernte dieser 17 Wasserwerke liegt in der Nordheide.

Alle zusammen stellen täglich rund 360 Millionen Liter Trinkwasser zur Verfügung. Über mehr als 5000 Kilometer Rohrleitung wird es verteilt. Früher brauchte man noch Wassertürme, um Reserven anzulegen und das Wasser mit dem nötigen Druck auch noch in die vierte Etage eines mehrstöckigen Hauses zu bringen. Heute erledigen das moderne Pumpsysteme.

Erfreulich ist, dass die Hamburger Bürger privat immer weniger Trinkwasser für Klospülung, Spül- und Waschmaschine oder zum Duschen verbrauchen: 1998 waren es täglich noch 169 Liter, 2014 nur noch 134 Liter.