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Warum macht der Mai müde statt munter?

Der Mai ist der letzte Frühlingsmonat. Seinen Namen hat er von der römischen Göttin der Erde, Maia. Weil es endlich warm ist, sind die Vögel und viele andere Tiere wieder richtig aktiv, und die Natur steht in voller Blüte. Wer jetzt einen Ausflug beispielsweise ins Alte Land macht, kann dort noch die Obstblüte bestaunen.

Manchmal allerdings kann es auch im Mai noch mal richtig kalt werden. Besonders nachts herrscht zum Teil sogar Frost. Zwischen dem 11. und 15. Mai kommen die sogenannten „Eisheiligen“. Diese Mini-Winterzeit wandert von den Polargebieten aus über Europa hinweg und sorgt dafür, dass die Luft noch einmal kalt und trocken ist. Daher warten viele Hobbygärtner erst das Ende der Eisheiligen ab, bis sie im Garten oder auf dem Balkon die ersten Pflanzen setzen oder Samen aussäen. Jedem dieser kalten Tage ist ein Heiliger zugeordnet: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie.

Doch obwohl die Tage nun wieder länger sind und die Sonne scheint, beklagen sich viele Menschen, dass sie sich müde und kraftlos fühlen. Sie quält die sogenannte „Frühjahrsmüdigkeit“: Man ist müde, hat irgendwie keine Lust auf irgendetwas, leidet vielleicht sogar unter Stimmungsschwankungen, und manchen ist auch schwindelig.

Aber warum sind die Menschen müde, wenn in der Natur um sie herum alles zum Leben erwacht ist? Eigentlich müssten sie doch besonders munter sein. Es gibt mehrere Gründe. Zwar schüttet der Körper im Frühling ein besonderes Hormon in größeren Mengen aus, das sogenannte „Glückshormon“ Serotonin, das für die gute Laune zuständig ist. Aber gleichzeitig ist von den dunklen Wintermonaten noch ein anderes Hormon vorhanden, das „Schlafhormon“ Melatonin. Die Produktion dieses müde machenden Hormons wird nur langsam verringert.

Vielen Menschen machen aber auch die Temperaturunterschiede zu schaffen. Gerade hat man sich an die wohlige Wärme der Sonne gewöhnt, wird es plötzlich wieder kühl. Außerdem essen wir im Winter fettreicher und nehmen viele Kalorien zu uns, im Frühling benötigt der Körper aber viele Vitamine, die erst einmal fehlen. Zum Ausgleich soll man viel Obst essen.