Wohnungslose

„Das Zeitunglesen gibt meinem Tag Struktur“

Abendblatt-Vertriebschef Benjamin Frank trifft im Bodelschwingh-Haus Rainer Christiansen

Abendblatt-Vertriebschef Benjamin Frank trifft im Bodelschwingh-Haus Rainer Christiansen

Foto: Michael Rauhe

Abo-Urlaubsaktion:Das Bodelschwingh-Haus erhält täglich das Abendblatt als Spende

Er braucht die Zeitung jeden Tag, sagt Rainer Christiansen. Um informiert zu sein über das Weltgeschehen, aber vor allem über das, was in Hamburg passiert – und natürlich welche Schiffe kommen. Schließlich war Christiansen 22 Jahre lang Seemann und da schaut der 57-Jährige schon mal gern in den Schiffsmeldungen nach, ob er einen der Containerriesen kennt. „Ich lese im Hamburger Abendblatt mindestens eineinhalb Stunden pro Tag. Es ist ja viel informativer als die Fernsehnachrichten“, sagt Rainer Christiansen.

Er wohnt seit Sommer 2015 im Bodelschwingh-Haus, einem Heim für wohnungslose Männer. Fünf Abendblatt-Exemplare bekommt die Einrichtung täglich, gespendet von den Lesern, die an der Abo-Urlaubsaktion teilnehmen. Jeder, der in die Ferien fährt, kann für diesen Zeitraum seine Zeitung an Altenheime und soziale Einrichtungen spenden. „Damit können unsere Abonnenten gleich zweimal Gutes tun“, sagt Abendblatt-Vertriebsleiter Benjamin Frank. Denn auf Wunsch überweist der Vertrieb für jedes gespendete Abo zusätzlich zwei Euro an den Abendblatt-Verein „Kinder helfen Kindern“. 2015 haben sich 15.208 Abonnenten für das Spendengeschenk an den Verein entschieden. So konnte der Abendblatt-Vertrieb insgesamt 30.416 Euro an den Verein überweisen, der damit Kinder- und Jugendprojekte sowie Einzelschicksale unterstützt. Finanziert werden beispielsweise Nachhilfeprojekte, Kita-Spielgeräte, Therapien.

Rainer Christiansen empfindet es als große Wertschätzung, dass die Leser ihm durch ihre Abendblatt-Spende ermöglichen, „dass ich mich weiterbilden und informieren kann. Das Lesen gibt meinem Tag eine Struktur.“ Er lebt von Hartz IV und muss jeden Euro umdrehen. Deswegen kann er sich kein eigenes Zeitungs-Abo leisten. So wie die andern 45 Bewohner des Bodelschwingh-Hauses, die bis zu zwei Jahren in den kleinen Apartments in Barmbek-Süd leben. Sie bleiben in der Einrichtung, die sie bei Schulden-, Gesundheits- und Behördenproblemen unterstützt, bis sie wieder auf eigenen Füßen stehen und eine eigene Wohnung beziehen können. Heimleiter Christian Heine ist dankbar über die Zeitungen, die seine Einrichtung täglich erhält. „Das ist eine tolle Geste für die Männer, die damit ein Fenster zur Stadt erhalten. Denn Hamburg ohne Abendblatt geht ja nicht, das gehört einfach hierher“, sagt Heine und erzählt, dass die Zeitungen heiß begehrt sind. „Wenn ich morgens um sieben Uhr komme, sind die meisten schon weg vom Tisch.“

Darüber freut sich Abendblatt-Vertriebsleiter Frank, der mitgekommen ist, um sich davon zu überzeugen, dass die Spenden gut bei den Bedürftigen ankommen. „Hier habe ich das Gefühl, dass die Zeitung genau bei den Richtigen verteilt wird. Wie schön, dass wir den Bodelschwingh-Bewohnern damit eine Freude machen können“, sagt er.

Wer mitmachen und während seines Urlaubs sein Abendblatt-Abo spenden möchte, ruft bitte unter Tel. 554 47 17 00 an oder nutzt das Angebot im Internet unter www.abendblatt.de/aboservice