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Mein perfekter Sonntag

9 Uhr Mein perfekter Sonntag beginnt ganz in Ruhe. Ohne Wecker. Die innere Uhr sorgt schon alleine dafür, dass es irgendwann Zeit ist, aufzustehen. Das ist an einem perfekten Sonntag gegen 9 Uhr. Die Zwillinge spielen in ihrem Kinderzimmer. Ganz leise, denn sie nehmen heute besonders viel Rücksicht auf ihre Eltern. Sie hätten uns natürlich auch wecken können, aber heute ist ja der perfekte Sonntag.

Und weil das so ist, gehe ich zum Bäcker, kaufe frische Brötchen ein und bereite anschließend in der Küche das Frühstück für alle vor. Die Sonne scheint freundlich durchs Küchenfenster, innerhalb weniger Minuten duftet das Haus nach frischem Kaffee. Der Duft weckt auch meine Frau. Und so sitzen wir alle wenig später am gedeckten Tisch und genießen das Miteinander. Perfekt.

10.30 Uhr Nach Frühstück und Dusche packen wir unsere Sachen und fahren zum Schwimmbad. Der Weg ist nicht weit, vor der Eingangstür bekommen wir schnell einen Parkplatz. Im Schwimmbad ist heute nicht viel los – was auch immer der Grund dafür ist. Und so verbringen wir die nächsten zwei Stunden abwechselnd im Wasser und in der Sauna, die zum Schwimmbad gehört. Es macht Spaß, wenn im Schwimmbad Platz ist und man auch mal toben kann, ohne andere zu stören. Zu einem perfekten Sonntag gehört auch ein perfektes Mittagessen. Da wir nach dem Schwimmen und Saunen alle ein großes Loch im Bauch haben, fahren wir zu unserem Lieblings-Italiener in Winterhude und genießen Spaghetti mit Trüffeln.

15 Uhr Am Nachmittag nehme ich mir die Zeit, ein Stündchen zu lesen. Im Wohnzimmer und im Büro liegen immer noch zwei Stapel Bücher, die laut meinen Namen rufen, oftmals vergeblich. Heute nehme ich mir die Zeit und lese „Mordsgouda“. Ein sehr unterhaltsam-spöttisches Buch über das manchmal zwiespältige Verhältnis zwischen Deutschen und Niederländern. Ich habe lange in Den Haag gelebt und interessiere mich nach wie vor sehr für das Land.

16 Uhr Da an meinem perfekten Sonntag Zeit keine Rolle spielt, setze ich mich am späten Nachmittag in meinen Oldtimer und genieße es, durch die schönsten Straßen Hamburgs zu fahren. In einem historischen Cabrio ist das ein ganz besonderer Spaß, denn auch das Wetter spielt natürlich mit. Zwischendurch mache ich einen Stopp im Café Elbgold am Mühlenkamp oder an der Alsterperle. So lässt sich ein Spätnachmittag angenehm verbummeln.

20 Uhr Nach der „Tagesschau“ beginnt der „Tatort“. An einem perfekten Sonntag kommt er entweder aus Münster und ist schräg-komisch oder aus Köln, dann ermitteln Ballauf und Schenk in vertraut geerdeter Manier. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, könnte ich jeden Tag einen perfekten Sonntag haben und genießen. Aber übermorgen ist schon wieder Montag. Dann beendet mein Wecker den perfekten Sonntag, und eine neue spannende Woche liegt vor mir.