Ausbildung

Sprachmittler dringend gesucht

Foto: Martin Schutt / dpa

Flüchtlinge mit guten Deutschkenntnissen können sich zu Übersetzern weiterbilden lassen und dann für Behörden, Schulen und in Aufnahmelagern arbeiten

Wer mehrere Sprachen spricht, kann sich in Hamburg zum „Sprachmittler“ weiterbilden lassen. Durchgeführt wird der Lehrgang von der AWO-Tochter AQtivus. An der IHK-zertifizierten Weiterbildung zum Sprach-mittler können Migranten und Migrantinnen teilnehmen, die neben Deutsch mindestens eine zweite Sprache beherrschen. Sehr gefragt sind dabei Sprachen wie Arabisch oder Dari/ Farsi, die von vielen in Hamburg angekommenen Flüchtlingen gesprochen werden.

„Zurzeit übersetzen Sprachmittler überwiegend zwischen geflüchteten Menschen und den Behörden“, sagt Renata O’Connell, Projektleiterin von AQtivus. Die Sprachmittler können nach ihrer viermonatigen Qualifizierung aber auch in Flüchtlingsunterkünften, Jugendämtern oder Schulen eingesetzt werden. „Weil immer mehr Menschen nach Hamburg flüchten, ist die Nachfrage nach Sprachmittlern derzeit hoch. Deshalb haben unsere Absolventen gute Berufsperspektiven“, sagt O’Connell. Der Lehrgang bereitet darüber hinaus auf die Prüfung zum Dolmetscher und Übersetzer vor. Zudem können Flüchtlinge ihre Deutschkenntnisse auf das C1-Sprachniveau verbessern.

Die Firma ist darauf spezialisiert, Migranten weiterzubilden

Die Qualifizierung dauert insgesamt vier Monate. Der erste Lehrgang von AQtivus findet mit 40 Stunden in der Woche vom 22. Februar bis zum
17. Juni statt. Voraussetzung ist das Sprachniveau B2 in Deutsch. Neben sozialen und kommunikativen Kompetenzen sollten Bewerber einen mindestens zwölfjährigen Bildungsweg nachweisen können.

Die gemeinnützige Firma AQtivus hat sich darauf spezialisiert, Migranten und Flüchtlinge zu beraten, weiterzubilden und zu vermitteln. „Die meisten unserer Beraterinnen und Berater haben selbst einen Migrationshintergrund, zum Teil auch verbunden mit einer Fluchtgeschichte“, sagt Renata O’Connell. „Deshalb können sie sich auch gut in die Situation unserer Klienten hineinversetzen.“

Teilnehmer können sich für diese Weiterbildung einen Bildungsgutschein vom Arbeitsamt oder Jobcenter holen, wenn sie dort Kunde sind. Alle anderen können sich die Weiterbildung über die Bildungsprämie oder das Hamburger Stipendium finanzieren lassen.

Die Anmeldung erfolgt über die AQtivus gGmbH, Adenauerallee 2, 20097 Hamburg. Weitere Infos unter Tel. 284 07 21 00. Infos unter www.aqtivus.de