Alleinerziehende Studierende

Ohne Sorgen auf den Abschluss konzentrieren

Alleinerziehende Studentinnen der Uni Hamburg können gefördert werden

Alleinerziehende Studentinnen der Uni Hamburg können gefördert werden

Foto: dpa Picture-Alliance / CHROMORANGE / Bilderbox / picture alliance

Damit das Examen nicht an Geldmangel scheitert, fördert das Programm „Madame Courage“ alleinerziehende Studentinnen

Alleinerziehende Studentinnen geraten oft in ein finanzielles Dilemma, wenn sie mit ihrem Examen beginnen wollen. „Zum Abschluss wird der zeitliche Druck größer, junge Mütter, die ein Kind zu versorgen haben und während des Studiums noch für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen, schaffen den Job oft nicht mehr“, sagt Britta Maihofer, vom Sozialdienst katholischer Frauen e.V. (SKF) Hamburg-Altona. Wenn die jungen Frauen dann über keine weiteren finanziellen Ressourcen für die Examenszeit verfügen, drohe der Studienabbruch, weiß Maihofer aus Beratungsgesprächen mit alleinerziehenden Studierenden. Hier hilft das Förderprogramm „Madame Courage“.

Das Kooperationsprojekt des SKF und des Zonta-Clubs e.V. unterstützt seit 2013 alleinerziehende Studierende der Uni Hamburg. Die finanzielle Förderung, die sich an den BAföG-Sätzen orientiert, wird für maximal zwei Semester gewährt. „Die Mütter sollen sich voll auf ihren Abschluss konzen­trieren können und ihre Kinder dabei nicht vernachlässigen müssen“, sagt Britta Maihofer, die die Beratungsstelle für Frauen, Familien und Schwangere des SKF in Altona leitet.

Das Madame-Courage-Projekt passt auch zu den Zielen des Zonta Clubs Hamburg Hafen. Der Club, in dem sich weltweit berufstätige Frauen zusammengeschlossen haben, beteiligt sich an dem Programm, weil er das selbstbestimmte Leben von Müttern fördern und sie für Führungspositionen qualifizieren möchte.

Studentinnen, die ins Programm aufgenommen wurden, erhalten neben der finanziellen auch eine ideelle Förderung. „Wir bieten unterstützende Gespräche an, in denen es auch um persönliche Fragen geht.“ Dazu gehöre etwa die Überlegung: „wieviel traue ich mir zu oder wie setze ich meine Pläne realistisch um“, sagt Maihofer. Damit auch der Übergang von der Uni in den Beruf klappt, bieten die Frauen vom Zonta-Club ein Mentoring an, helfen beim Knüpfen von Kontakten in die Arbeitswelt oder bei der Vermittlung von Praktika.

Bisher wurden zwei Studentinnen der Uni Hamburg gefördert. Sie haben ihre Examen inzwischen erfolgreich abgelegt. „Und sie haben auf verschiedenen Veranstaltungen über die Unterstützung berichtet“, sagt Maihofer. Denn es sind noch mehr Förderungen möglich. Es sei aber auch wichtig, dass die Stipendiatinnen hinter dem Programm stehen und es bekannt machten. Das Programm finanziert sich ausschließlich durch Spenden.

Alleinerziehende Studentinnen der Uni Hamburg, die in das Förderprogramm aufgenommen werden wollen, müssen Nachweise über ihre finanzielle Situation und über ihre für den Abschluss notwendigen Studienleistungen erbringen. Die Konfession spielt bei der Bewerbung übrigens keine Rolle. Auch wenn es beim Sozialdienst katholischer Frauen angesiedelt ist, so sei das Programm offen für alle, sagt Britta Maihofer.

Weitere Infos: Beratungsstelle für Frauen, Familien und Schwangere, Schomburgstraße 120, Tel. 43 31 56, beratung@skf-altona.de; Familienbüro der Universität Hamburg Mittelweg 177, Tel. 428 38 93 22, familienbuero@uni-hamburg.de, sowie unter www.zonta-hamburg-hafen.de/projekte