Kolumne

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA / A.Laible

Durch die Früherkennung werden weniger Knder mit einer Behinderung geboren. Familie Maurer hat sich für ihr Baby entschieden - mutig

Ich habe Karen Maurer gemeinsam mit ihrer Tochter Naemi (siehe Artikel links) bei dem Senatsempfang zur Gründung der ASBH Hamburg Stiftung getroffen. Da standen die beiden vor all den Gästen auf dem Podium und berichteten von ihrem Leben als Familie, vom Leben mit einer Behinderung. Und beide waren dabei so fröhlich und selbstbewusst, dass mir klar wurde: ich möchte sie kennenlernen.

Karen Maurer sprach auch den Aspekt an, dass sie hätte abtreiben können und ihr Arzt das auch nach der Diagnosestellung erwartet hatte. Tatsächlich werden weniger Kinder mit einer Behinderung geboren, weil die Früherkennung den Eltern heute eine Wahl lässt. Das verleitet so manche Menschen angesichts eines behinderten Kindes zur Aussage: „Das muss doch heute nicht mehr sein.“ Das finde ich unglaublich menschenverachtend und anmaßend. Und dass, wo doch gerade die Inklusion in unserem Land ganz groß geschrieben wird.

Dennoch war es sehr mutig von Olav und Karen Maurer, sich bewusst für ein behindertes Kind zu entscheiden. Sie wussten nicht, zu welchem Grad Naemi betroffen sein würde. Und es ist so schön zu sehen, wie hübsch und selbstbewusst dieses Kind ist.