Aktionstag

Wie erlebt ein blinder Mensch die Hansestadt Hamburg?

Bei einer Führung wird auch ein Blindenhund dabei sein

Bei einer Führung wird auch ein Blindenhund dabei sein

Foto: dpa Picture-Alliance / Petra Steuer / picture alliance / JOKER

Eine besondere Stadtführung: Zwei Sehbehinderte zeigen Interessierten am 9. Mai, was es bedeutet, eine Stadt fast blind zu erleben.

Hamburg. Wie erlebt ein Sehbehinderter die HafenCity? Welchen Eindruck machen die Hamburger Sehenswürdigkeiten auf Blinde? Welche Orte der Stadt gefallen ihnen und warum? Und welche Barrieren gibt es in der Stadt, wenn man nicht oder nur wenig sehen kann? Dies können Interessierte am 9. Mai bei einer ganz besonderen Stadtführung herausfinden. An diesem Tag laden sehbehinderte und blinde Hamburger zu zwei speziellen Stadtführungen ein.

Der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e. V. beteiligt sich mit dieser Aktion an der Kampagne „begegnet_in“ der Aktion Mensch. Unter diesem Motto sollen in deutschen Städten anlässlich des Protesttags für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai besondere Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen geschaffen werden. Die Aktion Mensch ruft dazu auf, die Begegnungen in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag „#begegnet_in“ zu teilen.

„Hamburger können sich die schöne Hansestadt einmal aus einer ganz neuen Perspektive zeigen lassen und dabei Hamburg mit anderen Sinnen erleben. Sie erfahren auch etwas über die Hamburger ,Stolpersteine’ für Menschen mit einer Sehbehinderung“, sagt Melanie Wölwer vom Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V. (BSVH) zu der Aktion.

Die Teilnehmer können während der Tour auch selbst ausprobieren, was es bedeutet, eine Stadt mit geringem Sehvermögen zu erleben. Dazu erhalten sie eine Brille, die einen Sehrest von zehn Prozent simuliert. Der sehbehinderte Hamburger Reinhard Bugarski wird seiner Gruppe die Hafencity von einer anderen Seite zeigen. Heike Ackermann und ihre Führhündin Bianka möchten Interessierten die Attraktionen der Innenstadt aus einem neuen Blickwinkel erläutern. Außerdem erklären sie ihren Gruppen, wie sie sich in der Stadt orientieren und anhand welcher Hilfestellungen sie durch die Stadt geleitet werden.

Beide Stadtführer sind Mitglieder im BSVH. Reinhard Bugarski ist dort als Tourismusbeauftragter für das Themengebiet barrierefreies Reisen zuständig. Im April hat er in diesem Zusammenhang auch bei der Organisation der ersten Stadtführung für blinde und sehbehinderte Touristen in Hamburg mitgewirkt.

Die Führungen beginnen am 9. Mai jeweils um
14 Uhr. Eine Anmeldung ist erforderlich, die Teilnahme iist kostenfrei. Interessierte melden sich bitte bis
zum 5. Mai beim BSVH unter Tel. 20 94 04 29 oder per Mail unter info@bsvh.org