Die Story-Teller von barner 16

Am 20. August lesen Autoren der Literaturwerkstatt ihre Texte im Park Planten un Blomen vor

Die Gruppe Story-Teller ist die Literaturwerkstatt von barner 16, einem inklusiven Netzwerk professioneller Kulturproduktionen von Künstlern mit und ohne Handicaps in Hamburg. Die Story-Teller bezeichnen sich als „Labor, Küche und Kombüse für literarische Experimente“. Sie treffen sich wöchentlich in der Barnerstraße in Hamburg, texten und erzählen Geschichten zu aktuellen Themen und Tagen, verarbeiten bekannte Poesie und Prosa mit eigenen Sätzen unter dem Motto „Aufgewärmt“. Die Story-Teller treffen sich unter der Leitung von Daniela Chmelik.

Einer der Autoren bei Story-Teller ist Dennis Lange. Der 41-Jährige hat eine psychische Behinderung. Bei einer Veranstaltung des Förderkreises der Ev. Stiftung Alsterdorf hatte Dennis Lange im Rahmen der Reihe „Stadtgespräche“ einen seiner Texte vorgelesen. Bei diesem Stadtgespräch, das von Abendblatt-Sportchef Peter Wenig moderiert wurde, ging es um „Kultur und Inklusion“ unter anderem mit Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler und der Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard. In seinem Vortrag wünschte sich Dennis Lange eine andere Form der Beteiligung in den Kulturstätten:

Behinderte im Theaterbetrieb. „Special People“ – wie es im Englischen heißt ... Neeeh – ich will nichts Besonderes sein. Inklusives Theater: Was ist das Ziel? – Ich wünsche mir, dass es an meiner Bühne egal ist, wer ein Handicap hat und wer nicht. Wie ist der Weg dahin? Macht keine Werbung mehr darüber, dass wir Behinderte im Ensemble integriert sind. Ich will kein Teil einer Freakshow sein. Ich wünsche mir Inklusion als Normalität. Alltäglich – wie das morgendliche Aufstehen.

Apropos Normalität: Wieso ist inklusives Theater noch eine Aufgabe der Sozialträger? Die perfekte Inklusion sind Ausbildungs- und Arbeitsplätze im professionellen Theaterbetrieb. Wir Behinderte sind kein Handicap, wir sind eine Bereicherung für den Betrieb.

Ich möchte als Behinderter nicht mehr beschäftigt werden: Ich möchte arbeiten. Ich bin nicht dumm. Ich kann das! Den Sozialpädagogen wünsche ich mir als meinen Lobbyisten, meinen verlängerten Arm. Mein erweitertes Gehirn. Deine Hilfe brauche ich manchmal in meinem Alltag. Dann sind wir „ZIEMLICH beste FREUNDE“.

Am 20. August um 20.15 Uhr lesen auf der WortpicknickBühne am Musikpavillon in Planten un Blomen die Story-Teller und die Autorin Daniela Chmelik eigene Texte – inspiriert von großen toten Dichtern. Motto: „Faust aufs Auge – Titel toter Dichter, neu aufgelegt“. Der Singer-Songwriter Claudius Mach ist an diesem Abend der musikalische Gast. Der Eintritt ist frei. Mehr über die Story-Teller auf http://barner16storyteller.wordpress.com

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