Ein Rückblick in eigener Sache

Die Last wird kleiner

Der Abendblatt-Verein „Kinder helfen Kindern“ vergab 2013 rund 407.000 Euro für mehr als 23.600 Kinder und Jugendliche. Einige stellen wir als Beispiele vor.

Laura leidet unter Neurofibromatose, einer Tumorerkrankung, und ist auf einem Auge fast blind. Sie wünschte sich zum zehnten Geburtstag sehnlichst ein Therapie-Sessel-Dreirad, damit sie mit ihren Eltern auch mal einen Ausflug machen kann. Die Krankenkasse gab nichts dazu. Deswegen bat die Stiftung Klingelknopf den Abendblatt-Verein „Kindern helfen Kindern“ und einige andere Spender um Unterstützung. Inzwischen hat Laura schon etliche Fahrradtouren unternommen – und wenn sie zu müde zum Selbstfahren ist, kann ihr Rad hinten am Fahrrad ihres Vaters angekoppelt werden.

Auch bei Lukas wollte die Krankenkasse nicht helfen, dabei litt der 17-Jährige sehr unter seiner „Trichterbrust“, wie auch psychologische Gutachten bestätigten. Mit seiner großen Einwölbung im Brustkorb traute er sich nicht mehr, beim Schulsport das T-Shirt auszuziehen oder schwimmen zu gehen. „Er zog sich immer mehr zurück, war verschlossen und fühlte sich minderwertig. Ich hatte richtig Angst um ihn“, erzählt seine Mutter Claudia L. im Rückblick. Drei Jahre lang kämpfte die alleinerziehende Mutter mit der Krankenkasse, bis sie sich an „Kinder helfen Kindern“ wandte mit der Bitte, die Operationskosten zu übernehmen. Seit der OP im Juli im Altonaer Kinderkrankenhaus ist Lukas nun „ein vollkommen anderer Mensch“, sagt Claudia L. Er fühle sich jetzt wie ein „normaler, glücklicher junger Mann“, sei selbstbewusst und gehe mit Freuden raus – und besonders gern ins Schwimmbad.

Jana Steinhaus, Sozialpädagogin bei der Hamburger Kinder- und Jugendhilfe, bat um einen Zuschuss zu einer Woche Ferien in Holland für das Regionale Wohnprojekt Veddel. In Hamburg leben die Jugendlichen in drei verschiedenen Wohnungen, da sie aus diversen Gründen nicht mehr zu Hause wohnen können. „Sie haben fast alle unterschiedliche Nationalitäten und sind deshalb ziemlich verschieden“, so Jana Steinhaus. Nach der Reise erhielt die Redaktion „Von Mensch zu Mensch“ einen Brief und schöne Urlaubsfotos von der Jugendgruppe der „Rewo Veddel“: „Durch den Urlaub konnten wir abschalten und unsere Probleme für eine Weile vergessen. Unsere Gruppe wurde sehr gestärkt, und die neuen Jugendlichen konnten gut in der Gruppe ankommen. Ein Gemeinschaftsgefühl ist entstanden, wir hatten einen geregelten Tagesablauf, den viele von uns nicht kennen.“

Hoch motiviert, gestiefelt und behelmt erschien der kleine gehandicapte Fred zu seiner ersten hippotherapeutischen Reitstunde und fragte gleich nach „seinem“ Pferd. Er war davon überzeugt, dass es ihm ab jetzt gehöre. Nicht das Pferd, aber die Reitstunden ermöglicht der Abendblatt-Verein dem kleinen Reitersmann wie auch vier anderen behinderten Kindern der Metropolregion.

Bei einer Behörde erhielt Frau T. den Tipp, sich an den Verein „Kinder helfen Kindern“ zu wenden, denn der alleinerziehenden Mutter fehlte das nötige Geld, um ihrer kleinen Tochter die Klassenreise und ein paar neue Kleidungsstücke zu finanzieren. Weinend berichtete sie von ihrer Scham, sich fremde Hilfe holen zu müssen. Wir konnten Frau T. und ihrer kleinen Tochter diese Sorge abnehmen.

Einen dreitägigen Kurzurlaub für 24 Kinder mit und ohne Behinderungen organisierte der SV Eidelstedt, unterstützt wurde er vom Abendblatt-Verein. Wie jedes Jahr ging es gemeinsam mit zwölf Betreuern in die Ferienanlage der Hamburger Sportjugend an die Ostsee nach Schönhagen. „Diese gemeinsamen Übernachtungsreisen sind ein Teil unseres Inklusionskonzeptes, bei dem es nicht um das gemeinsame Sporttreiben geht, sondern auch um den selbstverständlichen Umgang außerhalb des Sportplatzes“, schrieb Stefan Schlegel, Leiter dieser Inklusionssportabteilung.

Der acht Jahre alte Theo ist seit seiner Geburt querschnittsgelähmt. Der aufgeweckte Junge geht zur Schule in die zweite Klasse und wollte so gern allein ins Haus rein- und rausrollen. Doch die Wohnung befindet sich im Hochparterre, die Eltern mussten ihren Sohn immer über mehrere Stufen tragen. Deswegen ermöglichte der Abendblatt-Verein über seine Leserspenden den Einbau eines Hubliftes mit Rampe am Balkon.

„Inzwischen können wir uns einen Alltag ohne den Lift nicht mehr vorstellen, und Theo liebt ihn. Morgens geht er über die Rampe hinten und ich vorne aus der Tür raus, dann treffen wir uns. So kann er auch seine Freunde sehen. Eine unglaubliche Erleichterung“, sagt seine Mutter.