Skandal

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Unfassbar, unverantwortlich - so sehe ich die Entscheidung der Eltern und der Richter in Holland, Laura Dekker eine Solo-Weltumseglung zu erlauben.

Unfassbar, unverantwortlich - so sehe ich die Entscheidung der Eltern, des Jugendamtes und der Richter in Holland, Laura Dekker eine Solo-Weltumseglung zu erlauben - einer 14-Jährigen! Wer trägt die Verantwortung, wenn diesem jungen Menschen etwas zustößt? Die Gefahren sind unkalkulierbar. Sie reichen von Stürmen bis hin zu Piratenüberfällen. Wer wird dann zur Rechenschaft gezogen? Aber der Reihe nach:

Die Holländerin Laura Dekker will den Rekord der 17-jährigen Jessica Watson brechen. Die australische Seglerin hatte ihre Solo-Weltumseglung im Mai dieses Jahres beendet. Laura will noch vor ihrem 17. Geburtstag am 20. September 2012 von ihrer abenteuerlichen Fahrt zurückkehren.

Fast ein Jahr hat Lauras Vater um die Genehmigung gekämpft. Erst vor wenigen Wochen gab ein Gericht in Holland grünes Licht. Am Sonnabend ist Laura von Portugal aus in Richtung Kanarische Inseln gestartet in ihrer 11,5 Meter langen Yacht - mit viel Proviant, Sicherheitstechnik und - Schulbüchern. Über Satellit soll Laura Unterricht bekommen.

So sehr ich den Mut, die Entschlossenheit der 14-Jährigen bewundere, so grausam empfinde ich die Entscheidung der für sie Verantwortlichen. Welche Rolle spielt dabei die totale Vermarktung dieser Segeltour? Laura will ein Buch über ihre Fahrt schreiben. Auf ihrem Boot befestigte Kameras sollen ihre von kommerziellen Sponsoren geförderte Fahrt dokumentieren. Und eine niederländische TV-Firma hat sich bereits die Rechte an den Filmaufnahmen gesichert. Erbarmungslos wird hier ein Kind geopfert, Gefahren ausgesetzt, denen es nichts entgegenzusetzen hat als sein kostbares Leben. Es grüßt Sie herzlich

Ihre

Renate Schneider