Sakineh darf nicht gesteinigt werden!

Auch 4500 Frauen der Zonta-Clubs Deutschland haben jetzt ein Protestschreiben an die Verantwortlichen im Iran gerichtet

Seit Wochen beschäftigt die westliche Presse ein Fall, der im 21. Jahrhundert unfassbar erscheint. Weil eine iranische Witwe und Mutter zweier Kinder angeblich "ehebrecherische Beziehungen zu zwei Männern" unterhielt, für die es bis heute keine "Augenzeugen" gibt, wie es das iranische Gesetz für eine Verurteilung verlangt, wurde vom Gericht dennoch die Todesstrafe durch Steinigung verhängt.

2006 war Sakineh Mohammadi Aschtiani, 43, bereits mit 99 Peitschenhieben für dasselbe "Verbrechen" bestraft worden, sitzt seitdem aber weiterhin im Gefängnis. Aufgrund weltweiter Proteste wurde die Vollstreckung der Todesstrafe zwar vorläufig ausgesetzt, jedoch keineswegs zurückgenommen.

Ausgehend vom Zonta-Club Hamburg-Alster haben jetzt alle 130 in der Union zusammengeschlossenen deutschen Zonta-Clubs mit mehr als 4500 Frauen ein Protestschreiben an die Verantwortlichen im Iran gerichtet und verlangt, dass die Todesstrafe gegen die Beschuldigte aufgehoben wird und sie ein faires Verfahren bekommt. Außerdem fordert die "Union deutscher Zonta-Clubs" die Abschaffung der Todesstrafe durch Steinigung für Ehebruch. Die deutschen Zonta-Clubs sprechen sich zudem dagegen aus, einvernehmliche sexuelle Kontakte wie Straftaten zu behandeln. In den vergangenen 31 Jahren wurden im Iran mehr als einhundert Menschen, Frauen und Männer, zumeist wegen Ehebruchs, gesteinigt. Und in den Gefängnissen sitzen noch mehr als 20 Todeskandidaten, auf die diese Strafe wartet.

Die international und lokal agierenden Zonta-Clubs sind ein Zusammenschluss berufstätiger Frauen in 66 Ländern mit dem Ziel, die Stellung der Frau weltweit durch Service und Eintreten für ihre Rechte zu verbessern. Dazu leistet Zonta ideelle und finanzielle Hilfe. "Wir müssen", so hieß es bei der Beschlussfassung für die Iran-Initiative im Vorstand des ZC Hamburg-Alster, "auch hier ein Zeichen setzen gegen die Misshandlung und Folter von Frauen sowie für ihr Recht auf Teilhabe an der Gesellschaft und ein selbstbestimmtes Leben."

Zonta-International arbeitet global gemeinsam mit der UN daran, die Gewalt gegen Frauen abzuschaffen. So unterstützt Zonta beispielsweise ein Projekt gegen die Verstümmelung von Frauen durch Säureattentate in Kambodscha, Uganda und Nepal.

"Wir sehen uns in der Verantwortung da, wo Engagement nötig ist - jenseits von Kirchen, jenseits der Parteien und jenseits der staatlichen Behörden", so der Zonta-Club Hamburg-Alster über die Ziele der Zonta-Initiativen.

Wer sich individuell einer Petition für Sakineh, Witwe und Mutter zweier Kinder, anschließen möchte, um diese unmenschliche Todesart zu verhindern, findet im Internet bei Amnesty.de oder Avaaz.org alle notwendigen Informationen.