Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Renate Schneider Über den Brauch, am Valentinstag Freude zu verschenken.

Was wissen wir wirklich vom anderen, von seinen Sorgen und Sehnsüchten, seinen Ängsten und seinem Leid? Die seelische Not ist heute oft größer als die materielle. Aber sie ist auch viel schwieriger zu lindern, denn sie bleibt meistens verborgen. Wie quälend Menschen es empfinden, wenn sie mit niemandem über ihre Gefühle sprechen können, spüre ich aus so vielen Briefen an mich. Die seelische Not um uns herum würde etwas von ihrer Unerbittlichkeit verlieren, wenn wir uns wieder mehr dem anderen zuwenden würden und ihn zu verstehen suchten.

Am Sonntag ist Valentinstag - ein Tag, der einlädt, einem anderen eine kleine Freude zu bereiten, einfach nur so. Seit dem 5. Jahrhundert ist der 14. Februar dem italienischen Bischof St. Valentin gewidmet. Nach einer - nicht nur von Floristen alljährlich hervorgekramten Legende - reichte er vorübergehenden jungen Paaren hin und wieder ein Sträußchen über die Klostermauer. Nur so. Nur so könnte auch jeder von uns ganz unverhofft einem anderen eine kleine Freude bereiten - am Valentinstag oder einem anderen Tag im Jahr. Dazu fand ich eine zauberhafte Geschichte in dem kleinen Buch "Typisch" vom "Andere Zeiten-Team" ( www.anderezeiten.de ): "Ein alter Mann sitzt in einem Bus. In seinem Arm hält er einen wundervollen Blumenstrauß. Eine junge Frau kann ihren Blick nicht von der Blumenpracht lassen. Immer wieder schaut sie zu den bunten Blüten. Kurz vor der nächsten Haltestelle erhebt sich der Mann und geht zu der jungen Frau: 'Gefällt Ihnen der Strauß?' Er reicht ihr die Blumen und sagt: 'Er ist eigentlich für meine Frau. Aber ich denke, sie hätte es gern, dass Sie ihn bekommen. Ich gehe jetzt zu ihr und erzähle ihr, dass ich Ihnen die Blumen geschenkt habe.' Erstaunt nimmt die Frau den Strauß entgegen. Als der Mann aussteigt, sieht sie ihm nach. Er verschwindet durch ein Tor, das auf einen kleinen Friedhof führt." Es grüßt Sie herzlich

Ihre

Renate Schneider

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