Charmantes Quartett und "Coole Streicher"

Salut Salon spielt und singt für Samaris & Co.

Seit Beginn ihrer Karriere engagieren sich die vier flotten Musikerinnen für Kinder, die im Schatten stehen - in Hamburg sowieKolumbien und in den Elendsvierteln von Chile.

Musik ist die schönste Verzauberung der Welt", wusste Yehudi Menuhin, ein wunderbarer Mensch und Künstler. Verzaubern kann auch das erfolgreiche Hamburger Quartett Salut Salon mit seinem neuen Programm "Klassisch verführt". Vor dem Start ihrer großen Deutschland-Tournee im November machen die vier charmanten Musikerinnen Angelika Bachmann, Iris Siegfried, Anne von Twardowski und Sonja Schmid noch einmal Station in ihrer Heimat - im Thalia-Theater am Alstertor - am Sonntag, dem 1. November um 11 Uhr.

Salut Salon engagiert sich seit Jahren für musikalische Kinder- und Jugendarbeit. "Die Not von Kindern, ob in Hamburg oder in den Elendsvierteln Südamerikas, ist eine Not, die für uns kaum vorstellbar ist und uns nicht mehr loslässt." Darin sind sich die vier einig, bringen Musik zu den Kindern und veranstalten so oft wie möglich Benefizkonzerte für diese Kinder.

Gemeinsam mit ihrem preisgekrönten Schülerorchester, den "Coolen Streichern", unterstützt das Quartett nicht nur "Kinder helfen Kindern", den Verein des Hamburger Abendblatts, der sich seit über 30 Jahren auf vielfältige Weise für behinderte, schwer kranke und benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzt. Salut Salon engagiert sich auch für zwei wunderbare Kinderhilfsprojekte in Kolumbien - unterstützt von dem Hamburger Verein Niños de la tierra ( www.ninos-de-la-tierra.de ).

Die junge Hamburgerin Lili von Otting hat ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei einem der beiden Projekte, bei Laudes Infantis absolvieren können. Begeistert berichtet sie: "Ursprünglich wollte ich drei Monate bleiben, doch bald hat mich die Arbeit mit den Kindern so gefangen genommen, dass ich ein Jahr geblieben bin."

In Kooperation mit der Kindernothilfe unterstützt Salut Salon aber vor allem in Chile die Escuela Popular de Artes, eine Musikschule im Elendsviertel von Achupallas. Dort erhalten mittlerweile über 300 Kinder kostenlosen Musikunterricht und werden nach der Schule und an den Wochenenden von Sozialarbeitern betreut.

"Wir konnten bisher über 150 000 Euro für die Escuela Popular de Artes einspielen", berichtet Angelika Bachmann ein wenig stolz. "So konnten wir auch Samaris unterstützen, die nicht einmal den Weg in die Schule schafft. Die 12-Jährige wohnt mit ihrer Mutter und ihren Brüdern in einer notdürftig selbst zusammengezimmerten Hütte in dem höher gelegenen Elendsviertel von Achupallas. Das Umfeld der Kinder dort ist geprägt von Arbeitslosigkeit, Drogenkonsum, Alkoholismus und Jugendkriminalität. Es gibt dort weder ein Stromnetz noch Kanalisation, von einer Müllentsorgung ganz zu schweigen. Zweimal die Woche bringt ein Tankfahrzeug der Stadtverwaltung frisches Trinkwasser, das sich die Bewohner in Kanister abfüllen. Im Winter ist oft nicht einmal diese Versorgung gewährleistet.

Samaris kann aufgrund einer Erbkrankheit nur mithilfe von Krücken laufen. Ihre Mutter ist Witwe und muss für den Lebensunterhalt der Familie überwiegend allein aufkommen. Kinderarbeit ist daher keine Seltenheit. Seit einem Jahr gibt es einen Lichtblick in Samaris' Leben: Dreimal die Woche kommt Pedro, ein Streetworker aus Achupallas, hilft ihr bei den Hausaufgaben, kocht eine warme Mahlzeit und singt und trommelt mit ihr. Sie hat jetzt sogar begonnen, Geige zu spielen.

Damit Pedro und die vielen anderen Streetworker weiterhin "ihren Kindern" direkt vor Ort helfen können, wird "Salut Salon" die Erlöse aus dem Benefizkonzert persönlich nach Chile bringen und vor Ort mit den chilenischen Kindern arbeiten. Sie werden Konzerte geben und ihnen damit wieder ein wenig Hoffnung schenken.

Der große Cellist Pablo Casals fand sehr schöne Worte für die Macht der Musik: "Bei denen, die nicht lieben, vertreibt Musik allen Hass. Dem Ruhelosen gibt sie Frieden, und den Weinenden tröstet sie. Die, die nicht mehr weiter wissen, finden neue Wege, und denen, die alles ablehnen, erwächst neue Sicherheit und Hoffnung."

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