Das große Glück gefunden

Starke Reaktion auf den Beitrag "Riskante Partnersuche im Internet" - Leser berichten über ihre Erfahrungen

"Ich habe nicht mehr an eine große Liebe geglaubt, aber ich habe sie gefunden - über das Internet", schreibt Christa E. "Das ist meine Geschichte: Nachdem ich Rentnerin geworden bin, hatte ich mir vorgenommen, wieder einen Partner zu suchen. Ich hatte 15 Jahre allein gelebt. Einen Tipp der Tochter meiner Freundin - geh doch ins Internet, das klappt bestimmt - befolgte ich. Es haben sich sofort auch viele Herren gemeldet, und ich habe mich dann für einen vermeintlichen 'Professor' entschieden.

Zum Glück habe ich aber schnell gemerkt, dass alles, was in seinem Profil stand, Lüge war. Es stimmte nichts. Weder sein Alter noch sein Beruf. Und eine Ehefrau war auch noch vorhanden.

Für mich war es ein Schock, dachte ich doch, Herren über 60 Jahre seien aufrichtiger, aber das war ein Irrtum. Ich wollte aufgeben. Als ich damit beschäftigt war, alles zu löschen, kam Post. Na ja, dachte ich so, ich kann sie mir ja mal ansehen. Nach dem Profil war es ein netter Herr. Da die Postleitzahl in den beiden ersten Ziffern mit meiner übereinstimmte, musste er in meiner Nähe wohnen. Das machte mich neugierig. Ich habe zurückgeschrieben. Bekam auch sofort eine Antwort. Da ich aber vier Tage später nach Amerika zu meinen Kindern reisen wollte, habe ich ihm mitgeteilt, dass es keinen Sinn hätte, sich näher kennenzulernen.

Er wollte es so einfach nicht hinnehmen und schrieb zurück, dass er mich unbedingt vor der Reise noch gern kennenlernen würde.

Alle Regeln, die man unbedingt bei einer Partnersuche im Internet beachten sollte, habe ich über Bord geworfen und ihm meine Telefonnummer gegeben. Er rief auch sofort an. Wir haben sehr lange telefoniert und beschlossen, uns noch vor meiner Reise zu treffen.

Auch das war absolut leichtsinnig: Wir haben uns in meiner Wohnung getroffen (hätte ich normalerweise nie gemacht). Wir waren uns sofort sympathisch, haben festgestellt, dass wir in der gleichen Kleinstadt groß geworden sind und ich auch Schulfreunde von ihm kannte. Wir beschlossen, uns weiter zu schreiben, da ich in Amerika auch einen Computer hatte. So ging das drei Wochen hin und her, und wir kamen uns per Internet immer näher. Ich war froh, als der Urlaub zu Ende ging und ich nach Hause fliegen konnte. Als ich in meine Wohnung kam, hing am Briefkasten ein toller Blumenstrauß mit lieben Grüßen.

Das war vor vier Jahren. Wir sind immer noch zusammen und superglücklich. Unser Glück ist seit dieser Zeit in einem dicken Buch verewigt, denn jeder Tag wird festgehalten. Nun sind schon zwei Ordner mit unserer tollen Liebesgeschichte voll, und es wird noch viel dazukommen. Diese Liebe ist einfach intensiver als meine Liebe mit 18. Ich hoffe, dass es noch viele Jahre so weitergeht. Ich kann nur sagen, es kann auch gut gehen. Man sollte nur gut aufpassen, um den Richtigen zu finden." Aus den zahlreichen weiteren

Zuschriften hier noch einige Auszüge :

Stefan D. schreibt: "Ihr Artikel vom 16. April über riskante Partnersuche im Internet hinterlässt den Eindruck, auf Internetpartnerbörsen liefen nur Spinner, Spanner und andere 'Kachelmänner' herum. Es gibt auch die, die es ehrlich meinen und 'nur' eine ehrliche Partnerin suchen. Ich habe meine Traumfrau auf einer IT-Börse gefunden. Ich war so glücklich. Unendliche Liebesschwüre ihrerseits. Alles gelogen, nach nur einem Jahr wurde ich weggeworfen wie ein schmutziges Papiertaschentuch. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich werde Mrs. Right finden. Schwarze Schafe gibt es eben auf beiden Seiten."

Kerstin H.: "Die Geschichte von Anne D., die Sie unter der Überschrift 'Riskante Partnersuche im Internet' veröffentlichten, hat mich sehr berührt und könnte mit leichten Abwandlungen die meine sein. Auch ich lernte über das Internet einen Mann kennen, Marc H. aus Othmarschen - nach Scheidung allein mit einem 18-jährigen Sohn. Nach einem ersten - leider ungeschützten - intimen Erlebnis wunderte ich mich über kurzfristige Absagen per SMS. Nachts simste er mich dann an, dass er jetzt für mich frei wäre - nur für mich.

In seinen SMS sprach er mich wiederholt mit falschen Vornamen an. Ein Unternehmensberater mit derart schlechter Merkfähigkeit? Freundinnen fragten mich, wie naiv ich eigentlich sei. Bis heute finde ich Marc H. in verschiedenen Partnerbörsen. Er ist immer noch 47 und wirbt mit seiner 'elbnahen Wohnlage'. Ich mag mir kaum vorstellen, wie viele Frauen seit damals noch mit ihm geschlafen haben. Ich kann Frauen nur warnen. Ich selber - hochschulgebildet - bin so einem Mann aufgesessen! Frauen, die trotz Warnung und Entlarvung weiter an das Gute in dem Mann glauben, leben extrem gefährlich."

Frank P.: "Dass im Internet gelogen und betrogen wird, ist ja nichts Neues. Ich möchte mich mal hier als Mann zu Wort melden. Eine Frau, die mit einem Profil wie dem von diesem Jan konfrontiert wird, sollte generell vorsichtig sein. Natürlich wird es auch Männer mit einem derartigen Profil geben, die es ehrlich meinen. Aber leider werden ja immer nur die Negativ-Beispiele bekannt. Ich gehöre zwar nicht zu den Selbstständigen mit einem Haus auf Ibiza, aber zu den ehrlichen Männern und hatte bei meiner Partnersuche 2007 im Internet ziemlich schnell Erfolg. Heute lebe ich mit dieser Frau in einer glücklichen Partnerschaft. Nur so geht es, alles andere ist Kokolores und kommt sowieso irgendwann ans Tageslicht. "