Fürs Papierprojekt fordern sie ihr Recht auf "Bildungsurlaub" ein

Jenfeld. Bei den meisten Schulkindern steht in den Ferien spielen und chillen auf dem Programm. Das Thema Lernen wird ad acta gelegt. Anders in der Kita Dahlemer Ring. Freitagnachmittags und in den Ferien fordern die Jungen und Mädchen im Hort der Kita ihren - so nennen sie es - "Bildungsurlaub" ein.

Seit April dreht sich für die Hortkinder alles um Papier - von der Herstellung bis zur fertigen Zeitung. Ausgedacht hat sich das Langzeit-Lernprojekt ein Team von Erzieherinnen. Eigentlich sollte es im Dezember seinen Abschluss finden. "Aber daran ist nicht zu denken.

Das hat sich zur Never Ending Story entwickelt", sagt Kita-Leiterin Roswitha Riedl-Hobe. "Unsere Kinder kommen auf immer neue Ideen." Dabei wissen die Kids schon so viel: Von einem Historiker haben sie die Geschichte des Papiers erforscht, sie haben Stunden in Bücherhallen verbracht und sich ein großes Wissen über das Thema Papier angeeignet. Mit einer Umweltexpertin haben sie Ausflüge in den Wald unternommen, um mehr über den Papierrohstoff Holz zu erfahren. Auf Recyclinghöfen haben sie gelernt, dass man heutzutage für schönes Papier keinen Baum fällen muss - und haben gleich aus Altpapier eigene Blätter hergestellt. Dabei hat ihnen ein Handwerker geholfen. Sie haben Schöpfrahmen in der Kita-Werkstatt gezimmert und eigenes Papier geschöpft. Nun wollen die Hortkinder weitermachen: Sie wünschen sich, in die Kunst der Schmuckpapierherstellung eingeweiht zu werden. Dafür hat sich die Kita auf die Suche nach einer Künstlerin gemacht, die in den Weihnachtsferien in die Kita kommt. Das Hort-Team hat das Projekt inzwischen - auch auf Wunsch der Kinder - um die Themen "Druck, Druckfarben und Druckereien" erweitert. In der Kita Dahlemer Ring passiert das, wovon Bildungswissenschaftler träumen: Engagierten Menschen gelingt es, die Kinder durch Bildung erst recht hungrig auf Bildung zu machen.

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