Das Moccafée als Vorbereitung auf die gastronomische Berufswelt

Billstedt. Aurelia Pertek ist ein Dickkopf. Und das ist gut, denn ohne die "Jetzt erst recht"-Mentalität der Sonderpädagogin und Hauswirtschaftslehrerin hätte es das Moccafée in der Stadtteilschule Mümmelmannsberg nie gegeben. Jeden Freitagvormittag hat das Bistro für Schüler, Lehrer und Eltern geöffnet. Es gibt Tee, Kaffee, Kakao, frische Waffeln, belegte Brötchen. Wer in der sogenannten Klubecke sitzt, wird von Service-Mitarbeitern in Bistrokleidung professionell bedient.

Das Moccafée in Billstedt ist ein Berufsvorbereitungsprojekt für Schüler mit Behinderungen, das sich zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt hat. Zu Projektbeginn vor fünf Jahren sei sie mit ihren Schülern als Brötchenschmierertruppe belächelt worden. "Da habe ich gedacht: Denen werden wir es zeigen." Und das haben sie schließlich getan.

Das Betriebsprojekt "Moccafée" bildet eine berufliche Situation im geschützten Raum ab. Zurzeit haben hier zehn Schüler einen nebenschulischen "Arbeitsplatz" gefunden. Die jungen Menschen erwerben hauswirtschaftliche Kenntnisse, entwickeln gastgewerbliche Kompetenzen, erweitern ihre kommunikativen Fähigkeiten und erfahren Wertschätzung. Die Warteliste der Schüler fürs Arbeiten im Moccafée zählt inzwischen rund 100 Schüler. Aurelia Pertek und ihre Mitstreiter - zwei Sozialpädagogen und ein Kunstpädagoge - entwickeln derzeit Ideen, wie sich neue "Arbeitsplätze" schaffen lassen. Sie wollen an Nachmittagen ein "Kunstcafé" in der Ganztagsschule eröffnen.

Die Moccafée-Mitarbeiter erwerben durch eine Prüfung in Klasse 10 ein Zertifikat, das sich beim ersten Abschlussjahrgang als Eintrittskarte in die Berufswelt erwiesen hat. Drei von fünf Schülern haben eine Anstellung in der Gastronomie bekommen.

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