Naturwissenschaftlicher Unterricht am Wasser

Barmbek. Wenn ein Lehrer plötzlich hört: "Das ist ja Wahnsinn! Jetzt kann ich sehen, wohin sich das Ding bewegt!" - dann kann er sicher sein, dass sein Schüler Feuer gefangen hat. Für ein Thema, für ein Schulfach, fürs Lernen. So ist es Jörn Krönert ergangen. Mit "das Ding" meinte sein Schüler einen Wettersatelliten, dessen Signale er während einer Projektstunde empfing.

Gemeinsam mit einem Pädagogenteam hat der Physiklehrer Jörn Krönert am Emil-Krause-Gymnasium - seit der Schulreform die gymnasiale Oberstufe der Stadtteilschule Barmbek - das Oberstufenprofil "Hamburg am Wasser" entwickelt, das jetzt mit dem ersten Jahrgang ins dritte von vier Semestern gegangen ist. Hinter der Profilidee stand die Erkenntnis, dass sich junge Menschen nur schwer für naturwissenschaftliche und technische Fächer begeistern lassen. Außerdem suchten die Pädagogen nach Unterrichtsthemen mit möglichst viel Praxisbezug.

Die fanden sie vor der Haustür: In Hamburg. Am Wasser. Werften, Zulieferer, Reedereien, Dienstleister - Hamburg lebt von und mit der Schifffahrt. HafenCity, Elbphilharmonie, Elbvertiefung, Klimawandel, Globalisierung. Hamburg bietet unzählige Lernmöglichkeiten.

In der Praxis sieht das Lernen im Oberstufenprofil "Hamburg am Wasser" so aus: Die Schüler bauen Modellboote, sie lernen das Segeln, untersuchen, warum ein Schiff schwimmt. Sie führen mit der Hamburg Port Authority Über- und Unterwassermessungen für Kartierungen im Hamburger Hafen durch. Sie erforschen und erklären die Entstehung von Riesenwellen, sie beschäftigen sich mit dem Projekt HafenCity Hamburg, befassen sich mit Fragen der Hafenlogisitik und erstellen aktuelle Wetterkarten durch Anpeilen von Wettersatelliten. Schulfachgrenzen waren gestern. Hier werden die Fächer Physik, Geografie, Politik-Gesellschaft-Wirtschaft und Sport verbunden, wobei Physik das profilgebende Fach ist.

www.emil-krause-gymnasium.hamburg.de