Abi-Feiern - glanzvoller Abschluss, aber unglaublich kostspielig

Kritik von SPD-Politiker Rabe an teuren Eintrittskarten

Nach dem Abi wird gefeiert - und das bei zum Teil saftigen Eintrittspreisen. Die besten Hotels der Stadt sind für viele Schulen genau der richtige Ort, um das Erreichen des höchsten Schulabschlusses gebührend zu begehen. Spitzenreiter bei den Kosten für den Abi-Ball ist in diesem Jahr das Gymnasium Allermöhe: 80 Euro kostete die Eintrittskarte für das Fest im Hotel Atlantic - pro Familienmitglied.

Mit 73 Euro waren die Abiturienten des Gymnasiums Ohlstedt und ihre Eltern im Hotel Elysée dabei. Der Abi-Ball des Gymnasiums Blankenese, ebenfalls im Hotel Atlantic, belastete die Familienkasse mit 70 Euro pro Besucher. Die Zahlen sind Teil der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ties Rabe.

Nicht alle Schulen haben der Schulbehörde, wie von Rabe gewünscht, die Kosten ihrer Festivitäten offengelegt. "Aber mein Verdacht hat sich schon nach den unvollständigen Daten bestätigt: Einige Schulen veranstalten Abi-Bälle, die durch zu hohe Eintrittspreise schlicht einen Teil der Schülerschaft ausschließen oder weniger wohlhabende Familien erheblich belasten", sagte Rabe dem Abendblatt.

Zwar gibt es eine Reihe von Gymnasien und Gesamtschulen, die ihre Entlassungsfeier in der Schule organisieren. Der größere Teil setzt aber auf einen Ball in besonders festlichem Rahmen oder an außergewöhnlichen Orten. Das Helene-Lange-Gymnasium feierte im "Schuppen 52" (59 Euro), das Wilhelm-Gymnasium ging an Bord der "Cap San Diego" (41 Euro).

Laut Senatsantwort organisieren häufig die Schüler allein oder mit Eltern die Festakte. "Schulleitungen und Schulbehörde kümmern sich zu wenig um das Thema und machen keinerlei Vorgaben", kritisiert Rabe. Die Ansprüche einiger Schüler, die die Planungen übernähmen, steigerten sich dann bisweilen in "aberwitzige Sphären".

"Mir ist ein Fall bekannt, wo die Abiturientinnen sogar im Internet ihre Kleider ausgestellt haben, damit eine Doppelung beim Ball vermieden wird", so Rabe. Er fordert, dass kein Abi-Ball mehr als 45 Euro pro Person kosten darf, zumal ja weitere Ausgaben zum Beispiel für das passende Outfit hinzukommen. Außerdem müsse sichergestellt sein, dass das Abiturzeugnis im Rahmen einer kostenlosen Feier an der Schule übergeben wird.