"Eve Engeneering"

Formel 1 in der Schule: Sie wollen siegen

Foto: Michael Rauhe

Seit Monaten haben sich die fünf Schülerinnen des Gymnasiums Henriette Gorris auf das große Autorennen vorbereitet.

Trittau. "Eve Engeneering" - ihr Name ist Programm. Fünf Schülerinnen des Gymnasiums Trittau wollen den Jungs mal richtig zeigen, was sie technisch draufhaben. Seit Monaten haben sich Henriette Gorris (17), Janina Freund (18), Ann-Cathrin Kaufmann (18), Lea Ludwig (16) und Larissa Jannsen (17) auf das große Autorennen vorbereitet. Heute nehmen die Mädchen aus der 12d an der schleswig-holsteinischen Regionalmeisterschaft des "Nordmetall Cups" teil - als einziges reines Mädchenteam. Der Wettbewerb ist in Norddeutschland nach seinem Förderer, der Nordmetall-Stiftung, benannt und Teil des internationalen Technologie-Wettbewerbs "Formel 1 in der Schule". "Das Projekt ist ideal, um den Schülern zu zeigen, dass ein technischer Beruf mehr ist, als unter dem Auto zu liegen", betont Projektleiter Rolf Werner. Die teilnehmenden Teams mussten nach einem 20-seitigen Regelwerk gemeinsam einen Mini-Rennwagen konstruieren, der mit Gaspatronen angetrieben wird. Dabei geht es nicht nur um den schnellsten Wagen: "Entscheidend ist die Teamleistung aus Konstruktion, Fertigung, Fahrzeuggeschwindigkeit, Marketingplan und der Teampräsentation", sagt Werner.

Konstruktionschefin Henriette und ihre Freundinnen gehen mit einem guten Gefühl in die Regionalmeisterschaften, die in jedem Bundesland ausgetragen werden. Ihr großes Ziel ist die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft. Und für Malaysia. Denn dem gesamtdeutschen Siegerteam winkt die Teilnahme am internationalen Wettbewerb, der im Sommer in Südostasien ausgetragen wird. Die fünf Mädchen hatten sich ursprünglich nur beteiligt, weil die Jungs in ihrer Klasse große Töne gespuckt hätten. "Die haben aber nicht mal geschafft, sich anzumelden", sagt Henriette feixend. "Wir sind viel motivierter", meint auch Lea. Sie und ihre Freundinnen haben schon im vergangenen Jahr den zweiten Platz belegt. "Außerdem haben wir den Sonderpreis für das schnellste Auto und die beste Teamdarstellung bekommen", sagt Henriette, die wie die anderen vier am Gymnasium das naturwissenschaftliche Profil mit Chemie belegt hat. Diesmal wollen sie gewinnen. Berührungsängste mit der Technik haben sie nicht. "Das Auto braucht einen Korpus und Räder", sagt Henriette lakonisch, in das Computerprogramm habe sie sich reingefuchst.

Die fünf Eve-Mitglieder haben zudem mehrere Sponsoren gewonnen, die ihre Teilnahme finanzieren. Nun gehen sie selbstbewusst an den Start: "Beim zweiten Mal weiß man ja schon, was auf einen zukommt."

Regionalmeisterschaft Schleswig-Holstein (13 Teams): heute ab 9 Uhr, Audimax der Nordakademie, Köllner Chaussee 11, 25337 Elmshorn. Regionalmeisterschaft Hamburg (29 Teams): Sonntag, ab 8 Uhr, Mensa der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Berliner Tor 7, 20099 Hamburg. Weitere Infos unter www.nordmetall-cup.de